Masse bei DMX?

We proudly present: The release of DMXControl 3.3.3!


On September 29, 2026, we held our release show for DMXControl 3.3.3. During our usual “hour-long” session, we showed you all the new features in this version and what it now has to offer.
Read all about it in the corresponding news article: We proudly present: The release of DMXControl 3.3.3!


  • Hallo zusammen,

    für eine fest verlegt Beleuchtung würde ich als Protokoll ggf. gerne DMX verwenden.

    Nun habe ich jedoch nur 2 (verdrillte) Adern frei - und obwohl das Kabel einen Schirm hat, liegt dieser Schirm nicht auf Masse.

    Daher meine Frage: Wie "schlimm" ist es, wenn ein DMX-Gerät keine Masse auf der Kommunikations-Seite sieht?

    Da DMX ja differentiell ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass das einen Signaltechnischen Einfluss hat. Außerdem ist die Kabellänge mit ca. 10 Metern ja auch eher überschaubar.

  • Ja, aber Differentiell bedeutet ja die differenz gegenüber Masse oder?

    Nein, eben nicht. Das wäre dann eine asymmetrische Signalübertragung.

    Gegenüber Masse ist zwar auch ein Pegel messbar der dem Signal entspricht, aber dieses "Signal" enthält noch alle Störungen die durch die Differenz ja weg "gerechnet" werden. Vgl. auch https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/w…C3%BCbertragung

    Das das daher (Signal-)theoretisch geht, ist mir klar. Spannend ist für mich (und daher die Frage) wie die (DMX-)Praxis zu dieser Theorie aussieht :) Nicht dass die Geräte doch irgendwie die Masse referenzieren...

  • Oh ok... Danke - Wieder etwas gelernt!
    Ich hab mich grad ein wenig bei Wikipedia über die verschiedenen Übertragungsverfahren eingelesen. Deine Frage ist wirklich berechtigt. Die Masse - so hab ichs verstanden - ist bei DMX scheinbar "völlig" überflüssig und ein Signalempfäng sollte ohne Masse problemlos möglich sein!

    Das ergibt sich ja schon aus dem Anschluss des Signals an einen RS485 Bausteins... Die Masse geht direkt auf Masse des Gerätes (sorry, ich bin gelernter Kfzler *g*)!

  • ist bei DMX scheinbar "völlig" überflüssig und ein Signalempfäng sollte ohne Masse problemlos möglich sein!

    Wenn Du verhindern kannst, dass zwischen Sender und Empfänger eine Potentialdifferenz besteht, die den Gleichtaktspannungseingangsbereich (guck mal im Datenblatt unter common mode voltage (Vcm), meist -7/12V) nicht übersteigt, funktionierts. Sonst nicht, darum wird ein gemeinsames Bezugspotential benötigt, wo wir wieder bei einer Masseleitung wären.

    Dennis

  • Hallo,

    zunächst einmal: die Masseleitung ist nicht für eine Abschirmung gedacht. Sie wird ja schließlich über einen Draht und nicht über den Schirm übertragen. Der Schirm liegt in der Regel über den Stecker auf dem Gehäuse und damit i.d.R. auf Erde.

    Gleichwohl ist die Masseverbindung sinnvoll und nicht völlig überflüssig wie von MartinR angemerkt :)
    Die Differenz zwischen den beiden Signalen wird von einem Halbleiter "errechnet". Die Empfangsbausteine sind in der Regel als Differenz-Operationsverstärkerschaltung ausgebildet. Diese Halbleiter akzeptieren jedoch nur absolute Spannungspegel innerhalb des Gleichtaktunterdrückungsbereiches. Wenn das Potential zwischen Sender und Empfänger ausserhalb des Gleichtaktunterdrückungsbereiches liegt, dann funktioniert die Differenzbildung nicht mehr.

    Ein solcher Fall kann z.b. durch unterschiedliche Stromkreise für die Spannungsversorgung von Sender und Empfänger eintreten.
    Eine andere Möglichkeit ist, dass ein optisch getrennter Empfänger oder Sender bezüglich seinem Potential gegenüber der Gegenstelle "in der Luft hängt", der Potentialbezug stellt sich dann irgendwie per Zufall über die Datenleitungen ein.
    Der Ärger der damit verbunden ist, ist die 10m DMX-Kabel nicht wert. Wenn du die Leitung fest verlegst und unbedingt ein paar Cent sparen willst, kannst du auch ein Cat-Kabel verwenden.

    Gruß
    Konrad

  • und nicht völlig überflüssig wie von MartinR angemerkt :)


    Sorry, war ja nur eine Vermutung/Folgerung. Deine Erklärung klingt plausibel! Ich hätte sowieso nicht auf die Masse verzichtet. Zu wissen für was man sie überhaupt braucht, ist aber dennoch wichtig!

  • Die Differenz zwischen den beiden Signalen wird von einem Halbleiter "errechnet". Die Empfangsbausteine sind in der Regel als Differenz-Operationsverstärkerschaltung ausgebildet. Diese Halbleiter akzeptieren jedoch nur absolute Spannungspegel innerhalb des Gleichtaktunterdrückungsbereiches. Wenn das Potential zwischen Sender und Empfänger ausserhalb des Gleichtaktunterdrückungsbereiches liegt, dann funktioniert die Differenzbildung nicht mehr.

    Danke, das ist schon mal ein wertvoller Hinweis!

    Da in meinem Fall alle DMX-Geräte am Schluss der 2-Adern hängen, könnte man sich ja überlegen, den Pfusch noch etwas zu vergrößern und den DMX mit 2x60 Ohm seriell geschaltet abzuschließen (das wäre ja noch 100% Spek) - und das Potential zwischen den beiden Widerständen als (virtuelle) Masse zu deklarieren. Was wäre davon zu halten?

    Ein solcher Fall kann z.b. durch unterschiedliche Stromkreise für die Spannungsversorgung von Sender und Empfänger eintreten.

    Das wäre in meinem Fall zum Glück sehr sauber. Das DMX-Signal würde in meiner Unterverteilung erzeugt werden, von der aus auch die 230 V gespeist werden und wo der Massepunkt sitzt.
    D.h. PE und N für den Dimmer sind eigentlich genau so gut wie eine im DMX-Kabel mitgeführte Masse. (Nur die dann rüber zu ziehen wäre mit dann zu viel Pfusch, da ich dann irgendwie SELV mit 230 V vermische)

    Der Ärger der damit verbunden ist, ist die 10m DMX-Kabel nicht wert. Wenn du die Leitung fest verlegst und unbedingt ein paar Cent sparen willst, kannst du auch ein Cat-Kabel verwenden.


    Grundsätzlich kann ich dem nur zustimmen!

    Bei ist leider der Fall, dass alles schon verlegt ist, aber erst jetzt sich herausgestellt hat, dass ich ein paar Adern für was anderes benötige.

    Folglich geht's hier nicht um ein paar Cent für ein Kabel, sondern die saubere Lösung wäre ein fest verlegtes Kabel komplett auszutauschen. Auch wenn ich so gebaut habe, dass das prinzipiell geht, ist die Versuchung zu Basteln ziemlich lange gerechtfertigt...

  • Hallo Chris,

    Die Idee mit den 2 Widerständen sorgt zumindest für definierte Potentiale. Allerdings habe ich keine Ahnung wie sich das statisch und dynamisch auf die Pegel auswirkt.

    Da du scheinbar mit Leerrohren bei deiner Installation gearbeitet hast, finde ich den Aufwand des Kabeltausches geringer als den möglichen Ärger und Bastelei.

    Wenn du die Masseverbindung wegen gleicher Stromversorgung weglässt, funktioniert das nur dann zuverlässig, wenn keine optisch getrennten Sender oder Empfänger im DMX-Kreis sitzen. Ausserdem muss dann die Masse der Niederspannungsseite in den Geräten mit PE verbunden sein. In der Regel haben die Geräte für die Niederspannungsseite einen Trenntrafo bzw. ein Schaltnetzteil mit galvanischer Trennung. Damit hängt die Masse gegenüber der Stromversorgung zunächst mal in der Luft.

    Gruß

    Konrad

  • Hallo zusammen,

    die Lösung mit den beiden 60 Ohm widerständen sollte in allen Fällen problemlos funktionieren.

    Die Summe von 120 Ohm ergibt den Abschlusswiderstand.
    Bei im Endgerät vorhandener Masse ergibt sich 60 Ohm gegen Masse.
    Bei Widerständen mit 0,5 W kann die Massedifferenz bis 5 V betragen, bevor denen warm wird.
    Ab da funktioniert auch die Differenzbildung im OP nicht mehr. :-))
    Bei nicht vorhandener Masse wird ein virtueller Nullpunkt gebildet, der bei optisch getrennten Systemen als Masse für den Eingangs-OP genutzt wird, womit die im optimalen Arbeitsbereich sind.

    Es spricht also nichts gegen die Lösung.
    Alternativ kann bei 10 m Kabellänge auch auf die Differenzübertragung verzichtet und mit Masse und einer Signalleitung gearbeitet werden. Im Empfänger muss dann das nicht genutze Signal auf Masse gelegt werden.
    Welches Signal übertragen wird, ob das positive oder negative, ist völlig egal.

    Aber Vorsicht vor Masseschleifen !!

    Wenn die Masse im Empfänger mit der Masse im Sender galvanisch verbunden ist, sollte auf jeden Fall auf die Masserverbindung im Übertragungskabel VERZICHTET werden.
    Dieses gilt nicht für den Schirm des Kabels, der immer NUR auf die Masse des Senders gelegt werden sollte.

    Und nun die übliche Ausschlussklausel:
    Da ich Softwareentwickler bin und keine Ausbildung als Informationselektroniker habe, gibt dieses nur meine eigene Meinung wieder. :-))


    Gruss
    Michael

  • Einen Punkt gibt es noch zu beachten.

    Bei der virtuellen Massebildung mit den beiden Widerständen liegt das negative Signal unterhalb des (virtuellen) Massepegels.
    DMX arbeitet mit 0-5 V auf beiden Leitungen. Das wäre also nicht innerhalb der Spezifikation.
    Da ich ja die Spezifikation für die Eingangsstufe nicht kenne, kann es nicht schaden, noch je eine Diode und einen Widerstand zum Schutz der Eingangsstufe vor negativen Spannungen vorzusehen.

    Das heisst,

    positives Signal vom Kabel -> 60 Ohm -> virtuelle Masse
    negatives Signal vom Kabel -> 60 Ohm -> virtuelle Masse
    1k Widerstände vom Signal zum Eingang.
    Dioden vom Eingang zur virtuellen Masse. Die Kathode, also den "Ring" am Bauteil an die Eingänge.
    Dafür kann man den Typ 1N4148 benutzen.


    Gruss
    Michael

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