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Live@Work - 22_KW28 - Phoenix Fight Championship

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  • 13. Juli 2022 um 18:00
  • 2.231 Mal gelesen
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„Let's get ready to rumble!“ – es gibt vermutlich keinen besseren Satz, der mehr für den Kampfsport steht. Bei der Phoenix Fight Championship in der Rundsporthalle Baunatal fiel dieser Satz zwar nicht, es war aber für alle Beteiligten inklusive unserem Vereinsmitglied Stefan ein echtes Highlight. Wie man eine solche Veranstaltung aus nächster Nähe erlebt, lest ihr in dieser Ausgabe.

Inhaltsverzeichnis [VerbergenAnzeigen]
  1. Lichtkonzept
  2. Programmierung
  3. Rückblick
  4. Letzter Kampf

Am 11.06.2022 hatte die Phoenix Sport Akademie in Kassel zu einer großen Fight Championship in die Rundsporthalle in Baunatal eingeladen. Es sollten rund 20 Kämpfe in verschiedenen Stilrichtungen ausgetragen werden, unter anderem Kickboxen, MMA (Mixed Martial Arts) und Thai-Boxen (Muay Thai). Dabei ging es bei verschiedenen Paarungen sogar um die deutsche Meisterschaft. Auch ein Europameister-Titel wurde an diesem Abend ausgefochten, und zwar beim Kickboxen im Schwergewicht.

Anders bei einer klassischen Boxsport-Veranstaltung traten die Kontrahenten nicht in einem Ring gegeneinander an, sondern in einem Oktagon mit vergleichsweise hohen Schutzwänden. Für manch einen Zuschauer mag dies zwar etwas ungewohnt aussehen. Am Ende diente es dem Schutz der Sportler. So kam es doch immer wieder mal Verletzungen, weil ein Sportler bei einem klassischen Ring zwischen den Seilen hindurch und dann vom Ring stürzte.

Der Stimmung tat dies keinem Abbruch – ganz im Gegenteil. In der Halle herrschte über den gesamten Abend hinweg eine sensationelle Stimmung, die selbst die Zuschauer im Livestream registrierten. Denn das Event wurde ebenfalls auf der Plattform fight24.tv übertragen, wo nun auch im Nachgang einige Kämpfe zu sehen sind. Diese sensationelle Stimmung schwappte ebenfalls auf die Sportler im Ring über, die allesamt über sich hinauswuchsen. So sahen alle am Ende sehr schöne Kämpfe, mal spektakulärer für die Zuschauer, mal scheinbar langweilig für einen Außenstehenden, dafür aber technisch auf höchstem Niveau.

   

Lichtkonzept

Mein Bruder und ich hatten für dieses Event den Auftrag erhalten, die lichttechnische Betreuung zu übernehmen. Dies umfasste neben einer akkuraten Beleuchtung des Rings auch ansprechendes Showlicht für die Halle. Bei dem Konzept war uns von vornherein Vielseitigkeit wichtig.

Statt einfacher Stufenlinsen-Scheinwerfer nutzen wir hier insgesamt 16 Clay Paky Mini-B in der Warmweiß-Variante, die wir an vier Türmen mit einer Höhe von 4,5m um den Ring herum verteilten. Mit sieben RGBWW-LED-Chips mit einer Nennleistung von 40W pro Chip erzeugten wir in Verbindung mit der Zoom-Optik nicht nur ein super gleichmäßiges Licht. Das Licht war auch noch von der Farbtemperatur sehr angenehm. So erzielten wir für die Kämpfe eine hervorragende Ausleuchtung. Passierte im Ring gerade nichts, standen uns die Mini-Bs entsprechend zur Verfügung, um die Halle in den Pausen aufzuhellen oder den roten Teppich auszuleuchten, auf dem die Sportler mit ihrem Team untermalt von Musik in die Halle einliefen.

 

Damit sich das gesamte Licht nicht allein auf den Ring konzentriert, positionierten wir hinter den Sitzblöcken auf dem Parkett jeweils einen Traversenbogen. Hierauf montierten wir je drei Futurelight DMH-160 und vier Futurelight Mega Color Wave.i. Durch die erhöhte Position auf dem Traversenbogen wurde das Licht der Geräte nicht durch die Zuschauer verdeckt, selbst wenn diese standen. Letzteres war an dem Abend keine Seltenheit. Gemeinsam mit je zwei Futurelight DMB-160, die wir auf Cases an der langen Hallenseite gegenüber der Haupttribüne positionierten, füllten wir die gesamte Halle mit Licht aus, zumal für die Veranstaltung der Einsatz von Haze und weiteren Nebeleffekten explizit gewünscht war.

   

Der Einsatz von Haze setzte damit einen direkten Einsatz der örtlichen Feuerwehr voraus. Sie übernahm nach der Abschaltung der Brandmeldeanlage mit fünf Mitarbeitern die notwendige Brandwache in der gesamten Halle.

Programmierung

Wer meine bisherigen Live@Work-Berichte verfolgt hat, der hat mit Sicherheit den Satz vor Augen, der da lautet: ich habe mein bereits vorhandenes Projekt erneut auf die neue Location angepasst. Für diese Veranstaltung trifft diese Aussage nicht zu. Seit langem habe ich in DMXControl 3.2.3 mal wieder ein Projekt von Grund auf neu konzipiert und programmiert. Der wesentliche Grund war hier, dass sich die Abläufe wie Einmarsch, Wechsel zwischen Kampf- und Pausenszenen, Siegerehrungen etc. in meine klassischen Clubshow-Projekte nicht ohne weiteres hätten integrieren lassen. Die Anwendungsfälle waren hier einfach zu unterschiedlich. Am Ende wollte ich jeweils nur immer eine Taste drücken, um die Halle in die entsprechende Szene zu tauchen. Denn das erklärte Ziel war an meiner Stelle: ich möchte eine Atmosphäre und Dynamik bei der lichttechnischen Inszenierung schaffen, die man oftmals nur bei großen Veranstaltungen im Kampfsportsektor zu sehen bekommt. Hier spielte ganz klar hinein, dass ich nicht nur zahlreiche Kämpfe im Boxsport im TV gesehen habe. Es ergab sich auch, als Zuschauer bereits live vor Ort zu sein.

Dem entsprechend griff ich Elemente wie rote und blaue Ecke sowie dynamische Übergänge zwischen Kampfrunde und Ringpause in meiner Programmierung mit auf. So hatte ich für die Einmärsche einen kleinen Baukasten mit Dimmereffekten und Bewegungen vorbereitet, die ich dann farblich der jeweiligen Ecke zuordnen konnte. Damit konnte ich ein Stück weit Varianz in die Einmärsche bringen, welche ich durch manuell gedrückte Strobeeffekte noch weiter individualisierte. Während des Kampfs lief dann immer nur eine Cuelist als Schleife, die ich situationsabhängig weiter schaltete. Darin eingebaut war auch der zugehörige Wechsel der Ringbeleuchtung. Für den Kampf richten sich immer alle 16 Mini-Bs in den Ring. Bei den Ringpausen zog ich acht Geräte ab, um die jeweiligen Ecken farblich hervorzuheben. Zur Verkündung des Siegers hatte ich ebenfalls eine eigene Cuelist vorbereitet.

   

Um alle vorbereiteten Cuelists gezielt abfahren zu können, galt bei der Programmierung im Vorfeld ein großes Augenmerk den Prioritäten der Cuelists. Hier musste ich mir ein richtiges Konzept überlegen, welche Cuelist wie durch eine andere überlagert werden darf. Höchste Priorität bekam hierbei die Ringbeleuchtung, die ich mir gerade während der Kämpfe nicht ausschalten durfte.

Rückblick

In der Summe war es ein Event, was nicht nur unseren Vorstellungen entsprach. Auch der Veranstalter und die Zuschauer zeigten sich im Nachgang super zufrieden. Dass ich die jedoch die großen Pausen zwischen einer Gruppe von Kämpfen dazu nutze, um kleinere Optimierungen an der Programmierung vorzunehmen, fiel dabei gar nicht auf. So hatten mein Bruder und ich gerade während des ersten Blocks die Abläufe rund um den Ring detailliert beobachtet, die ich dann unmittelbar in die Programmierung einfließen ließ.

Wo wir bei einer potenziellen erneuten Auflage nachsteuern müssen, ist die Positionierung des Licht-FOHs. Wir hatten zwar mit die besten Plätze für das Kampfgeschehen im Ring. Allerdings konnte ich von meinem Platz aus die Tür nicht sehen, durch die die Sportler in die Halle marschierten. Hier bedurfte es der Unterstützung durch meinen Bruder, der von seinem Platz direkt links neben mir die Tür im Blick hatte.

Letzter Kampf

Das Main-Event des Abends, der Kampf um die Europameisterschaft im Kickboxen im Schwergewicht entwickelte sich im wahrsten Sinne des Wortes zum Höhepunkt des Abends. Der über fünf Runden à jeweils drei Minuten dauernde Kampf war ein ständiges auf und ab auf beiden Seiten. Bis zum Schluss kristallisierte sich keiner als eindeutiger Sieger heraus. Dies bemerkten die aufmerksamen Zuschauer dann schnell auch an der vergleichsweise langen Beratungszeit der Kampfrichter. Der Pokal und insbesondere der Gürtel hatten ihren Weg bereits nach dem Gong in den Ring gefunden. Aber als sich der Moderator dann ebenfalls noch Zeit ließ, war klar, der Kampf ist so noch nicht entschieden – und dann hieß es auch „eine Runde Verlängerung“.

So endete der lange Abend um kurz vor Mitternacht mit einem richtigen Highlight.

Stefan

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