Wie arbeitet ein Lichttechniker?

We proudly present: The release of DMXControl 3.3.3!


On September 29, 2026, we held our release show for DMXControl 3.3.3. During our usual “hour-long” session, we showed you all the new features in this version and what it now has to offer.
Read all about it in the corresponding news article: We proudly present: The release of DMXControl 3.3.3!


  • Hallo,

    gestern war ich in Berlin zur "Beyond-the-darkside"-Show (https://forum.dmxcontrol-projects.org/www.beyondthedarkside.com), die gerade in Berlin läuft. Das Review der enttäuschenden Show, die als Riesen-Licht-und Lasershow angepriesen wurde, gehört nicht in dieses Forum, aber wen es interessiert, kann meinen Beitrag (als DMXFrank) unter http://www.pinkfloydforum.de/forum/viewtopic.php/p/390#390 nachlesen.

    Aber einen Punkt möchte ich hier mal zur Diskussion bringen, denn ich habe mich einfach mal eine Stunde in die Nähe des Lichttechnikers gestellt und ihm bei der "Arbeit" der angeblich weltgrößten Lichtshow zugeschaut, wonach nun mein gesamtes Weltbild von einem Lichttechniker zusammengebrochen ist.

    Also, er hatte da 2 oder 3 PCs, wobei auf den Bildschirmen ein Martin-Steuerungsprogramm mit DOS-Oberfläche lief (nur eine Bildschirm aktiv zur Show). An einem anderen PC hat der Typ über eine halbe Stunde unter dem Tisch mit einer Taschenlampe rumgebastelt, während auf dem anderen PC nichts anderes als eine cue-list automatisch ablief. Lichttechnisch gesehen. lief die Show also als playback ab (!!!), es wurde nur ganz selten manuell eingegriffen. Erwartet hatte ich dagegen Riesem-GrandMa-Pulte, wo der Lichttechniker über die gesamte Zeit die Synchronisation zur Life-Show herstellt - aber es war kein Pult für Licht da (nur nebenan Audiopulte beim kläglich versagenden Audiotechniker).

    Als der kaputte PC dann scheinbar wieder lief, hat der Techniker dann irgendwelche Szenen programmiert, die nichts mit der aktuellen Show zu tun hatten.

    Jetzt frage ich mich, wie läuft da in der Praxis die life-Synchronisation ab? Hat das Funk-Headset-MicroSet,das der Lichttechniker teilweise auf dem Kopf hatte, etwas mit dem Kopfhörer des Schlagzeugers der Band zu tun? Gibt in so einer Show das Licht "den Takt an", und die Musiker spielen danach? Wie gesagt, mein Weltbild ist durcheinander geraten.

    Übrigens einen interessanten Aspekt habe ich entdeckt. Während ich bisher meine Szenen in DMXControl immer lichttechnisch benannt habe (sowas gab es dort auch wie "yellow circle") waren in dieser Pink-Floyd-Covershow 60% der Szenen (cues) musiktechnisch benannt ("vocal solo", "Saxophon solo", "guitar play...", etc.). Da konnte man wirklich schön in der abrollenden cuelist mitlesen, was gerade in der Band passiert.

    Vielleicht können mal Experten berichten, wie solche life-Auftritte von Bands tatsächlich realisiert werden. Sicherlich können wir daraus auch noch einiges für DMXControl lernen. ...Oder auch Beiträge in unserem Wiki generieren.


    Gruss Frank

  • Zur der besagten Show selbst kann ich nichts sagen, aber mal ein paar allgemeine Antworten auf die genannten Fragestellungen:

    Es ist im sowohl im Theater/Musical, als auch bei Live-Konzerten üblich, die verschiedenen vorher programmierten Lichtstimmungen, bzw. deren Cues nach dem Geschehen auf der Bühne zu benennen.
    D. h. die komplette Show ist vorher durchprogrammiert und man nennt die Cues im Theater z. B. "1. Szene, Auftritt Person X" bzw. bei Bands "Lied X, Intro", "Lied X, Solo-Gesangs-Part", "Lied Y, Schlagzeug Solo", etc.

    Im Theater, wo sich der Ablauf nicht ändert, drückt man während der Show nur noch auf die Cues die "Go"-Taste, bei Live-Konzerten dann auch, wobei sich hier ja der Ablauf ändern kann, deshalb nutzt man nicht den Szenenspeicher des Pultes, auf den die "Go"-Taste in der Regel zugreift, sondern man ruft die gespeicherten Lichtstimmungen direkt ab. D. h. ich sitze an meinem FoH, sehe und höre das Solo und drücke auf den zugehörigen Preset. Überdies lege ich mir "Specials" wie Audience Blinder, Nebel, etc. seperat auf irgendwelche Tasten und nutze die dann je nach Bedarf möglichst taktgenau.

    Mein Headset, dass ich am FoH als Lichttechniker auf meinem Kopf habe nutze ich zur Kommunikation mit z. B. den Verfolgerspotfahrern, denen ich Anweisungen gebe, wen sie wann wo und wie beleuchten sollen, außerdem steht ein weiterer Kollege mit Headset in Dimmercity und ich informiere ihn, wenn z. B. irgendein Strobe, etc. mal wieder eine Sicherung auslöst und er behebt dann den Fehler.

    Den Kopfhören den der Drummer anhat dient in der Regel nur seinem eigenen Monitorsound.

  • Hi!

    Quote

    Jetzt frage ich mich, wie läuft da in der Praxis die life-Synchronisation ab? Hat das Funk-Headset-MicroSet,das der Lichttechniker teilweise auf dem Kopf hatte, etwas mit dem Kopfhörer des Schlagzeugers der Band zu tun? Gibt in so einer Show das Licht "den Takt an", und die Musiker spielen danach? Wie gesagt, mein Weltbild ist durcheinander geraten.

    Was ich mir vorstellen kann: (Midi-?) Anbindung an das "Masterkeyboard" auf der Bühne. Wenn ich nun unverschämt wäre, würde ich sagen das Licht folgt zu 100% dem Keyboard-Playback. Damit will ich jetzt nicht sagen, dass der Keyboarder nicht mehr selbst spielt! Aber es gibt sicher einen "Start"-Knopf für bestimmte Abläufe um die er sich dann nicht mehr kümmern muss. Und diese Punkte steuern dann den Rest. Wenn tatsächlich mal was "aus dem Takt" gerät, muss der Keyboarder sowieso bestimmte Punkte neu "syncronisieren", also kann das Licht sich da gleich mit dran hängen.

    Ist nur so eine Idee. Kenne weder die Show noch bin ich dazu genug Lichttechniker oder Musiker...

    Hoc

    Mein Equipment:
    1x Hirn | 2x Augen (leicht defekt) |2x Ohren | 1x Mund |32x Zahn (zum Teil V1.5) | 1x Handundfuß-Interface
    *SCNR*

  • Das mag vielleicht bei immer-gleichen-Shows so sein, also wenn eine (kleine) Band immer die gleichen Stücke hat und sich keinen Lichtler leisten will. Ich denke aber z.B. an eine Festival- oder Livebühnensituation (auch Disco). Da gibt's zur Syncronisation nur die Ohren des Lichtlers, der dann in Echtzeit versucht das gehörte in Licht umzusetzen. Natürlich sind dann schon diverse Abläufe vorprogrammiert (Farbwechsel, Pan-Tilt usw.) und man kennt ja auch so manches Lied und weiß wann z.B. ein Stimmungswechsel kommt oder wo man z.B. zur Betonung nen Blinder einsetzen kann.

    Stefan

  • Hi,
    ich war gestern mit Stefan noch mal zu dieser Show, Bericht für die Interessenten wieder unter http://www.pinkfloydforum.de/forum/viewtopic.php/t/73
    (auf Seite 2)

    Nun ist mein Weltbild vom Lichttechniker auch wieder in Ordnung. Diesmal lief die Show nicht im kompletten "playback", sondern der Lichtmensch hat in den meisten Fällen manuell und taktgenau die "GO"-Taste gedrückt. Also alles so, wie TLight es beschrieben hat.
    Das hängt sicherlich mit den technischen Problemen zusammen, die die Leute letzte Woche hatten, denn damals wurde während der Show der 2. Lichtcomputer repariert und man hatte keine Zeit, sich um das Licht zu kümmern. Zeigt mal wieder, wie hilfreich der Audioplayer von DMXControl sein kann.

    Ich wäre Euch trotzdem weiterhin für Erfahrungsberichte in diesem Thread dankbar. Der obige Beitrag von TLight ist ja auch schon unter
    http://dmxcontrol.de/wiki/Arbeiten_mit_Szenen
    eingearbeitet.

    Gruss Frank

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