Live@Work - 22_KW22 - Unter Sternen. Der schützende Kreis
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JPK
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1. Juni 2022 um 10:00 -
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Die Pandemie hat vielerorts dafür gesorgt, dass gerade Theatergruppen und Chöre keine Aufführungen durchführen konnten. So war das Konzert in der Lutherkirche in Baden-Baden in der zweiten Märzwoche auch das Erste nach langer Pause für das Collegium Musicum Baden-Baden. Schon letzten Herbst fragte mich mein Bruder, ob ich mir vorstellen könnte, bei dem von ihm geleiteten Chor sein erstes Konzert als Chorleiter lichttechnisch in Szene zu setzen. Ich willigte ein und so begann die richtige Planung für mich an Weihnachten, als wir die Familienzeit nutzten, den finalen Ablauf durchzusprechen und erste Ideen für das Licht zu entwickeln. Das Konzert sollte sich ganz um die Themen Passion, Leid und Hoffnung drehen, wobei die Kombination aus Chormusik, verschiedenen musikalischen Improvisationselementen, Textrezitationen und darauf abgestimmten Lichtstimmungen als Gesamtkunstwerk angedacht war.
Nach einer Begehung der Kirche konnte ich dann auch anfangen, die Kirche in Easy View nachzubauen, um vorab programmieren zu können. Das Nachbauen war dieses Mal etwas aufwändiger, da die Decke der Kirche halbrund ist und die Decke über dem Altarraum der Innenseite eines Kugelsegments entspricht. So entschied ich mich, hierfür auf meine Erkenntnisse von vor mittlerweile über 10 Jahren zurückzugreifen: Man kann in Easy View selbst designte 3D Objekte einfügen, solange man diese nur als DirectX-Objekt in den EasyViewLibrary Ordner legt (siehe dazu mein kurzes HowTo unter HOW TO: Selbst erstellte Objekte in Easy View) Einziges Problem: In der aktuellen Blender-Version läuft das Plugin nicht mehr, welches sich um den DirectX-Export gekümmert hat. Zum Glück ist die letzte noch funktionierende Blender-Version (2.79) noch herunterladbar und so konnte ich, wie in den nächsten beiden Bildern zu sehen ist, die Lutherkirche entsprechend nachbauen:
Die Scheinwerfer verteilten sich auf vier Bereiche - dem Kirchenschiff, dem Altarraum, der Empore und der Orgelempore. Die Säulen im Kirchenschiff wie auch die Wände links und rechts neben dem Altarraum wurden mit insgesamt 12 Eurolite PS-4 beleuchtet. Für die Bögen an der Seite hatte ich ursprünglich auch PS-4 Scheinwerfer vorgesehen. Allerdings stellte sich heraus, dass die Holzvertäfelung zu dunkel war und so kamen stattdessen Cameo Studio PAR64 zum Einsatz. Die Wand des Altarraums habe ich in insgesamt 7 Bereiche + Decke unterteilt. Die vorderen Teile der Wand wurden mit zwei größeren LED-Scheinwerfern angeleuchtet, die restlichen Bereiche mit LED-Bars im Einzelpixel-Modus. So waren auch Farbverläufe über die Altarraum-Wand realisierbar. Glücklicherweise ließen sich die Scheinwerfer recht gut hinter dem Altar verstecken. Auf der Hauptempore waren (wie im oberen Bild zu sehen) alle Moving Heads (Futurelight DMH-160 MK2), zwei der vier Washer (Futurelight EYE-7) und zwei konventionelle Scheinwerfer (nicht dargestellt) aufgestellt. Sie dienten als Effektlicht, im Falle der konventionellen Scheinwerfer als Frontlicht für den Chor und im Falle der Washer teilweise auch als Beleuchtung der Sprecherin in der Kanzel. Auf der Orgelempore habe ich zwei weitere Washer und zwei LED-Scheinwerder aufgestellt, um so die Decke noch besser beleuchten zu können. Zusätzlich gab es noch insgesamt 8 LED-Scheinwerfer als Notenlicht. Gesteuert wurde mit DMXControl 3.2.3, einer Haupt-Cuelist und mehreren Cuelists, die von der Haupt-Cuelist gestartet wurden (vornehmlich für Effekte).
Insgesamt war das Programm sehr verschieden und und so gab es auch unterschiedliche Anforderungen an das Licht. Die Chor-Stücke hatte ich fast ausschließlich mit statischem Licht geplant, um hier dem Chor den entsprechenden Raum zu geben und nicht zu sehr von ihm abzulenken. Nur im Intro arbeitete ich mit stark wechselnden Lichtstimmungen, während die Ansage lief und der Chor sich aufstellte. Darüber hinaus enthielt das Programm auch mehrere Textimprovisationen, die angelehnt an eine Nachtstimmung beleuchtet wurden. Die Musik und Gesangsimprovisationen wurden teilweise von einer vorgeplanten Lightshow begleitet, das Licht hatte also einen festen Ablauf und darauf wurde die Musik und der Gesang improvisiert. Diese vielfältige Mischung aus Gesang, Klaviermusik, Text- und Gesangsimprovisation und Licht bildete letztendlich ein Gesamtkunstwerk, das auch die lokale Presse überzeugte (Collegium Musicum in der Lutherkirche in Baden-Baden (eingeschränkter Zugang)). So war es eine gelungene Veranstaltung und vielleicht wird es die ein oder andere Nachfolgeveranstaltung geben. Nachfolgend noch ein paar Impressionen von verschiedenen Lichtstimmungen des Abends:
Euer Jens-Peter
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