Multicore DMX IN/OUT Pinbelegung

We proudly present: The release of DMXControl 3.3.3!


On September 29, 2026, we held our release show for DMXControl 3.3.3. During our usual “hour-long” session, we showed you all the new features in this version and what it now has to offer.
Read all about it in the corresponding news article: We proudly present: The release of DMXControl 3.3.3!


  • Hallo zusammen,

    ich habe eine Frage zu einem Multicore, das ich mir von einem Tonstudio anfertigen lassen habe.
    Die Anforderungen an das Multicore waren:
    - 1 x 230V Spannungsversorgung
    - 1 x Netzwerkanschluss für digitales Mischpult
    - 2 x DMX Leitung für jeweils einen DMX IN und DMX Out Anschluss
    - 50 Meter Länge

    Das Multicore wurde mit diesem Kabel geliefert: (3x2,5mm²)+1x4x(2x0,14mm²)
    http://shop.sommercable.com/Kabel/Meterwar…500-0151-1.html

    So nun zu meiner eigentlichen Frage...Als ich mir die Verdrahtung von den DMX-Steckern und Buchsen angeschaut habe kam ich ins stocken. Denn zur Übertragung des DMX IN/OUT-Signals wurden jediglich zwei Adernpaare von dem Cat7 Kabel verwendet und an den Buchsen und Steckern durchgebrückt. ?( (die anderen zwei Aderpaare wurden für Netzwerkdose verwendet)

    **Siehe Stromlaufplan im Anhang!!**

    Kann das mit der Verdrahtung überhaupt so funktionnieren??? ... und hätte man nicht für die zwei "DMX-Strecken" Leitungen mit einem höheren Querschnitt, eigenem Schirm und einer Impendanz von 110Ohm verwenden müssen?

    Könntet ihr mir da weiterhelfen? (Ausprobieren geht momentan noch nicht)

    Gruß
    Markus

  • Hallo,
    dass für DMX einfach Adern von Netzwerkkabeln verwendet werden ist in Ordnung. Denn die übertragenen DMX-Signale haben deutlich geringere Anforderungen an die Hardware wie es Ethernet hat. Wenn das sogar CAT7 Kabel sind, sollte das erst recht kein Problem sein. Was allerdings ein Problem ist, ist die Verkabelung an sich. So kannst du DMX entweder in die eine Richtung oder in die andere Richtung übertragen. Beides gleichzeitig geht nicht. Hat das Kabel keinen Masseleiter (Schirmung um das Ethernet-Kabel)? Denn sonst könntest du diesen für Pin 1 der DMX-Buchsen verwenden. Dann sollte diese Schirmung aber nicht mit dem Ethernetanschluss verbunden sein. Alternativ kannst du es auch mit einer synthetischen Masse versuchen. Diese erhälst du, wenn du nur Pin 2 und Pin 3 mit einer Doppelader verbindest und je einen Widerstand zwischen Pin 1 - 2 und Pin 1 - 3 setzt (da müsstest du nachschauen, welchen Wert die haben müssen. Das habe ich leider gerade nicht im Kopf). Das sollte aber nur gemacht werden, wenn es anders nicht geht. Besser ist es wirklich mit einer eigenen Ader für Pin 1.
    Viele Grüße
    JP

    im Falle eines Falles klebt Gaffa einfach alles, denn Gaffa ist dein Freund und Helfer :thumbup:

  • CAT-Label für DMX geht. (110 Ohm soll zu 100 Ohm ist)
    Querschnitt passt auch - "echtes" DMX-Kabel (das meist eher als AES/EBU-Kabel firmiert) ist eher aus mechanischen Gründen dicker (Mehr Querschnitt, dickerer Adermantel, dickerer Gesamtmantel) um road-tauglich zu sein. Elektrisch ist der Querschnitt von CAT-Leitung ausreichend. Es gibt auch AES_EBU-Leitung für die Innenverdrahtung oder Festverlegung die dünner ist.

    Was ich nicht ganz verstehe: Hast Du dieses Konstrukt zwei mal? Dann wären es ja 2 DMX-Linien, die Du wahlweise in die eine oder andere Richtung nutzen kannst. Es ist dem Nutzer vor Ort überlassen, den richtigen der beiden Stecker zu nutzen.
    Wenn Du das Konstrukt nur ein mal hast, dann ist die Anforderung "2 x DMX" nicht erfüllt.

    Die Mitnutzung von Adernpaaren aus CAT-Leitung stört bis 100 Base T nicht - das verwendet nur 2 der 4 Paare. Solche Kombis habe ich auch im Einsatz. Warum 2 CAT 5 legen, wenn ich über eines Ethernet UND DMX kriege?

  • Hallo JP,

    vielen Dank für deine schnelle und ausführliche Antwort!! =)

    Das Ethernet-Kabel hat ein Schirm, der mit dem Gehäuse der Ethernetbuchse verbunden ist. Ich hab ihn nur einfachheitshalber weggelassen.

    Hat eigentlich die Doppelleitung vom PIN1 der Buchse zum PIN1 des Steckers einen Grund? (also wird die stärker belastet als die anderen?)

    Die Verdrahtung funktioniert so wie sie jetzt ist also so nicht....

    Ich will sowieso etwas an der Verdrahtung ändern: Und zwar möchte ich mit zwei DMX-Ketten (vom Splitter auf der Bühne) zum FOH fahren. Da ich ja nur maximal vier Adern zur Verfügung habe würde mir ja eine fehlen (also Dat1+, Dat1-, Dat2+, Dat2-, Schirm == 5) In anderen Foren habe ich schon gelesen, dass man auch die beiden Dat1- und Dat2- auf eine Ader legen kann. Würde das so funktionieren?

    Stagemanager75: Nein ich habe das Konstrukt nur einmal! Ja das klingt logisch :D
    Gruß

  • DMX-Geräte übertragen ihre Daten diffenziell. D.h. über D+ wird das Signal normal übertragen und auf D- wird das Signal negativ übertragen. Das hat den Grund, dass wenn eine Störung auf das Kabel wirkt, wirkt diese auf beide gleich aditiv. Da die Signale aber so differenziell aufgebaut sind, wird die Störung einmal dem übertragenen Signal hinzugefügt und auf der anderen Leitung davon abgezogen. Nun kann man diesen Fehler problemlos wieder herausrechnen (das macht der Treiber-Baustein). Nur brauchen DMX-Geräte für diesen Vorgang einen Nullpunkt zwischen D+ und D-. Dafür ist die Masse da und deshalb kann man auch eine synthetische Masse bauen. Aber stärker belastet sollte diese (normalerweise) nicht werden. Was allerdings passieren kann und deshalb sollte der Masseleiter schon ein kleinwenig aushalten, sind Ausgleichsströme zwischen verschiedenen DMX-Geräten, die nicht ganz sauber funktionieren.

    Dass man D1- und D2- auf eine Ader legen kann, wäre mir neu. Das dürfte zwar vielleicht funktionieren, du verlierst aber in jedem Fall den Schutz der differenziellen Übertragung, weil D1 für D2 als Störer und anders herum wirkt. Gerade wenn du direkt daneben 230V hast, wäre ich mir nicht sicher, dass es da nicht doch zu Ausfällen kommen kann. Daher würde ich D1- und D2- nicht zusammen auf die gleiche Leitung setzen.
    Viele Grüße
    JP

    im Falle eines Falles klebt Gaffa einfach alles, denn Gaffa ist dein Freund und Helfer :thumbup:

  • Mal etwas abseits von der Hauptfrage, aber das ist ein Punkt der mir beim Lesen aufgefallen ist:
    Was bedeutet denn "Netzwerkanschluss für digitales Mischpult"?
    Meinst du damit ein Tonpult? Möchtest du über die LAN-Strecke ein digitales Multicore über Standards wie z.B. AES50 (Behringer / Midas), MADI over RJ45 (Soundcraft) oder Dante (z.B. Yamaha etc.) laufen lassen?
    Oder geht es dir nur um eine Möglichkeit zur Steuerung, also "normales" IP-Netzwerk?
    Für erstere Anwendung (also digitales Multicore) ist 8p4c (also ein RJ45-Stecker in dem dann aber nur 4 Adern, also 2 Paare aufgelegt sind) meistens eher hinderlich.
    Bei Ethernet-Verbindungen geht mit 2 Paaren nur maximal 100Base-TX, also 100MBit/s. Gigabit-Ethernet benötigt die vollen 4 Paare / 8 Adern.
    Zur Fernsteuerung oder für Artnet z.B. ist das völlig in Ordnung mit 100Mbit/s, das reicht allemal.
    Aber falls du Ton übertragen möchtest wird die Sache schon schwieriger:
    Digitalmulticore-Standards, die nichts mit Ethernet zu tun haben (z.B. AES50 oder Soundcrafts MADI auf RJ45) benötigen immer alle 4 Adernpaare (also 8 Pins).
    Standards die über Ethernet laufen (z.B. Dante oder Ethersound) können auch mit 100MBit/s zurecht kommen, dann aber nur mit deutlich reduzierter Kanalzahl.
    Falls du also aktuell oder in Zukunft planst auch ein digitales Ton-Multicore darüber laufen zu lassen steht dir die reduzierte Adernzahl beim Netzwerkkabel irgendwann im Weg...

  • Da der obige Post doch schon relativ lang wurde und er thematisch nichts mit dem Folgenden zu tun hat erlaube ich mir mal einen zweiten Beitrag ;)

    Die beiden invertierten Signalleiter (also D1-, D2-) würde ich keinesfalls zusammenfassen. Insbesondere in der Konstellation die du (wenn ich dich richtig verstanden habe) vorhast, bei der von beiden Enden des Multicores je ein DMX-Signal gesendet wird, würde das Zusammenfassen der zwei Datenleitungen dazu führen, dass zwei sendende Signaltreiber direkt ineinanderlaufen.
    Allerdings verstehe ich noch nicht ganz deine Anwendung, wofür benötigst du den DMX Hin- und Rückweg Bühne <> FOH?
    An einer der beiden Stellen sollte doch immer die Signalquelle sein, die du "lokal" abgreifen kannst bevor es ins Multicore zur Übertragung zur jeweils anderen Seite geht, weshalb dann also Hin- und Rückweg?

  • Hallo,

    nochmals vielen Dank für die Antworten!!

    Ich bin ehrlichgesagt nicht sehr fit in Netzwerkgeschichten (darum wollte ich das Mc auch von einem Profi machen lassen). Wir verwenden ein Allen&Heath iLive112 und die "Netzwerkverbindung" soll das iLive mit dem Idr32 auf der Bühne verbinden. An der RJ45 Buchse sind aber definitiv nur zwei Adernpaare also 4 Pins belegt. Das müsste aber eigentlich schon passen, denn es hat schon funktioniert!?
    Wegen den beiden DMX-Ketten habe ich mich vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt. Ich benötige zwei DMX-Signale von der Bühne zum FOH (also nur in eine Richtung, Bühne >> FOH). Die zwei DMX-Signale brauche ich für zwei Spots im Zuschauerraum die sehr weit auseinanderliegen und ich mir mit zwei DMX-Ketten viel Kabelweg spare!

    JPK: wegen der synthetischen Masse mach ich mich mal schlau...

    Gruß
    Markus

  • Das iLive-System hatte ich in meiner kurzen Aufstellung komplett vergessen ;)
    iLive nennt seine Netzwerkverbindung ja ACE (Audio&Control over Ethernet wenn ich mich recht entsinne), das basiert zumindest auf Layer 2, ist also auch ein Netzwerkprotokoll. Soweit ich mich erinnere kann ACE auch auf 100 MBit/s, also auf nur 2 Aderpaaren / 4 Adern laufen, da es ja nur relativ wenige Kanäle transportiert, denn das iDR macht ja sowohl Eingabe, Ausgabe als auch die Berechnung dazwischen. Die "Pulte" sind eigentlich nur große Remotes, daher werden sie bei iLive auch als Surfaces bezeichnet ;) Ob man für die Übertragung von mehr Kanälen (also wirkliche Übertragung, wenn man z.B. mehrere iDRs nutzt und dazwischen hin- und her senden muss) irgendwann Gigabit benötigt weiß ich spontan aber nicht. Grundsätzlich ist es also durchaus möglich iLive auf einem Netzwerkkabel aus 2 Aderpaaren zu betreiben.
    Im Unterschied dazu meinte ich in meinem vorherigen Post vorallem Systeme, die zwar RJ45-Verbinder nutzen, aber eigentlich nur das Kabel brauchen und für ein komplett eigenes Protokoll nutzen, das mit Netzwerk dann nichts am Hut hat (so eben z.B. MADI von Soundcraft oder AES50).
    Insofern - da ihr iLive benutzt ist die Lösung auf jeden Fall lauffähig, aber es kann nicht zwangsweise jedes Audiosystem was RJ45-Verbinder hat mit diesem Multicore betrieben werden.

    Wie wäre es denn alternativ noch mit einem kleinen DMX-Splitter? den kann man ja ggf. sogar in die Trommel verbauen (ich nehme an ihr habt das Multicore auf Trommel?), da ja auch eine Stromversorgung vorhanden ist. Dann ist ein Splitter (solange man keine Isolation der Linien etc. haben möchte) mit minimalem Aufwand zu bauen oder alternativ günstig zu kaufen. Dann hättest du ein sauber übertragenes Signal ohne die eher unschönen Bastelvarianten mit fehlenden oder zusammengefassten Pins.

  • Hallo,

    ich habe festgestellt, dass es sehr schwierig ist Informationen über die virtuelle Masse zu finden. In einem anderen Beitrag im Forum habe ich folgendes gefunden (nur Ausschnitte)

    Sind die beiden 60 Ohm Widerstände nicht viel zu klein?. So würde ja ein Strom von >42mA zwischen PIN2 und PIN3 fließen?? ?(
    Ich persönlich hätte die Widerstände so groß wie möglich dimensioniert (z.B. > 10k) um den Strom so klein wie möglich zu halten, oder? Was haltet ihr davon?

    Sind die Dioden und die 1k Widerstände nötig? Wenn ja könntet ihr mir bitte kurz erklähren warum?

    @Stephen: Das mit dem Splitter in der Kabeltrommel geht leider nicht, da das Mc so konfektioniert ist (Multipin-Adapter), dass die Trommel auf der Bühne stehen muss!

    Gruß
    Markus

  • Sind die beiden 60 Ohm Widerstände nicht viel zu klein?. So würde ja ein Strom von >42mA zwischen PIN2 und PIN3 fließen?? ?(


    Wie schon in dem von dir zitierten Artikel steht: DMX benötigt einen Abschlusswiderstand von 120 Ohm. Diesen lässt du weg, und ersetzt ihn durch zwei in Serie geschaltene 60 Ohm Widerstände. Nach Adam Ries hast du dann 60 + 60 = 120 Ohm - also genau wieder den gleichen Widerstand.

    Sind die Dioden und die 1k Widerstände nötig? Wenn ja könntet ihr mir bitte kurz erklähren warum?


    Der von dir zitierte Text hat da an ein paar Stellen unrecht. Weder ist DMX auf ± 5 V spezifiziert (die Spezifikation verweist da einfach auf die EIA-RS-485. Von der liegt mir die genaue Spezifikation nicht vor, aber laut Wikipedia ist dafür ein Mindestpegel von ± 200 mV notwendig. Ich hab auch DMX-Sender mit 3,3 V Pegel im Einsatz, funktionieren auch. Den Maximalpegel kenne ich leider nicht.
    Außerdem spezifiziert EIA-RS-485 eine Gleichtakt-Eingangsspannung von −7 bis +12 V, von daher ist bei 5 V Pegel die Konstruktion so nicht notwendig. Für alle anderen Fälle kann ich dir aber jetzt keine Auskunft geben.


    Aber mal so prinzipiell: Du hats dir ein Produkt anfertigen lassen, welches deine Spezifikationen nicht erfüllt. Wieso fängst du selbst zum Basteln an, und verlangst nicht einfach Nachbesserung?
    Mit deinem jetzigen Weg setzt du die Gewährleistung (und falls vorhanden vermutlich auch die Garantie) aufs Spiel.

    Freundliche Grüße

    Stefan

  • Hallo Stefan,

    danke für deine Antwort. Das mit der Gewährleistung geht leider nicht mehr!!

    Eine letzte Frage hätte ich noch...Da das Kabel vom Multicore zum LED-PAR ein Kombikabel (3x1,5 + 1x2x0,35) und damit das DMX-Kabel in unmittelbarer Nähe zu 230V ist, wäre es ja bestimmt kein Fehler den Schirm zu nutzen. Ist es in diesem Fall in Ordnung den Schirm auf PE zu legen?(siehe Anhang)

    Gruß

  • Stören Ströme auf dem Schirm dann nicht das DMX-Signal, wenn der nur mit den beiden Widerständen mit Dat+ und Dat- verbunden ist?

  • Irgendwie hat man Dir da totalen Pfusch verkauft - ich würde das ehrlich gesagt reklamieren.

    Wenn ich eine CAT-Strecke mit drin habe, dann soll die bitte transparent sein. Nicht irgendwie nur zur Hälfte belegt (wer sagt denn, dass da wirklich immer 100MBit-Ethernet drüber gefahren wird?) und dann auch noch Cablesharing mit anderen HF-Signalen.

    Die haben Dir "irgendwas" gebastelt, das mit Deinen ursprünglichen Anforderungen nichts, aber auch gar nichts zu tun hat (RJ45-Verbindung nicht richtig nutzbar, keine zwei getrennten DMX-Strecken und dann auch noch Sternverteilungen drin).

    Dabei gäbe es für Deine Anwendung doch genau das richtige Kabel:
    http://shop.sommercable.com/Kabel/Meterwar…500-0191-2.html

    Da hast Du sogar noch eine CAT-Leitung Reserve, das schadet nie.

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