Hallo,
ich bin Bassist in einer Coverband und nebenbei für das Licht zuständig. Da mich schon mehrere gefragt haben, wie ich das Licht steuere, wenn ich beide Hände am Instrument habe, stelle ich hier meine Lösung vor:
Ich benutze DMXC2 mit einem Touchscreen-Laptop, mit dem ich das Licht für die einzelnen Stücke über Szenenlisten vorwähle.
Für das Weiterschalten in den Szenenlisten ("GO") und das Steuern von weiteren Effekten wie Pausenlicht, Strobo, Submaster und Bewegungen von Moving Heads habe ich mir eine Fußtastatur angefertigt, deren Bestandteile und den Aufbau ich hier vorstelle.
Vorteil dieser Tastatur ist, dass sie als normale Tastatur bei jedem PC/Laptop auch ohne weitere Software (die u.U. Konflikte hervorrufen könnte) funktioniert.
Es werden benötigt :
- Die Platine einer (ausgemusterten) USB-Tastatur
- Stück Lochrasterplatine (am besten mit LötSTREIFEN, geht aber auch mit LötPUNKTEN)
- Fußschalter in der gewünschten Anzahl
- Kabel (zweiadrig für den Anschluß der Fußschalter und Reste davon für den Anschluß Platine <-> Lochraster)
- Lötkolben (+ Lötzinn)
- Montagebrett für die Taster
- Gehäuse für die Elektronik
- Multimeter für den Funktionstest des Tasters (alternativ Batterie mit Lämpchen oder 9V-Block, Kabel und Zunge...)
1. Aus einer USB-Tastatur wird die Platine und das USB-Kabel entnommen (die Tastatur und das weitere Innenleben werden nicht mehr benötigt)
2. Auf der Rückseite der Platine sind die benötigten Anschlüsse herauszufinden:
Ich hatte mir überlegt, welche Tasten ist im Normalfall am Laptop NICHT in der Tastatursteuerung benutzen werde (da die Fußtastatur später die Tastatursteuerung anspricht) - ich kam dann schnell auf die F-Tasten (diese benötigen bei meinem Laptop eine Tastenkombination) und den 10er-Block.
Nun lud ich mir ein Programm herunter, dass mir die gedrückte Taste anzeigt und steckte die Platine mittels des USB-Kabels an den Laptop.
Danach brückte ich mit einem Kabel immer 2 Kontaktflächen (auf dem Foto die unter an der Platine gelegenen goldschimmernden kleinen Rechtecke), wobei meist diese Kontaktflächen in Blöcken stehen und es keinen Sinn macht, Kontaktflächen INNERHALB dieser Blöcke zu brücken.
Erklärung hierzu: Die Abfrage einer Tastatur wird durch eine Matrix realisiert, nur so ist eine fehlerfreie Zuordnung einer Taste(-nkombination) machbar.
Jeder, der früher "Schiffe versenken" gespielt hat, wird dies verstehen - so ist ein Block sozusagen hier der Buchstabe (A bis H) und der andere die Zahl (1 bis 14). "E3" - "Treffer! Versenkt"...
Nun muss man die Ergebnisse der verschiedenen Kombinationen aufschreiben und weiß dann genau, welche Kombination welcher Taste entspricht.
3. Anlöten der Kabel an die Platine und Weiterführung zu einer Lochrasterplatine
Da man sonst mehrere Kabel an eine Kontaktfläche anlöten müsste und das vom Platz her(und von der Übersichtlichkeit!) nicht bewerkstelligt bekommt, lötet man 1:1 ein Kabel zwischen diese und ein Stück Lochrasterplatine. So kann man jeweils mehrere Kabel an eine Kontaktfläche bringen.
4. Umbau der Fußschalter zu Fußtastern
Da es im Baumarkthandel zwar Fußschalter, aber keine Fußtaster gibt (man will ja seine Stehlampe dauerhaft leuchten lassen und nicht nur, wenn man mit dem Fuß auf den Taster tritt...), müssen diese modifiziert werden.
Handelsüblicher Fußschalter - modifiziert werden muss der weisse Teil!
Nach Öffnen des Schalters kommen Einem in etwa diese Teile entgegen. Wichtig für den Umbau sind die eingekreisten Teile:
In rot: Anschlußblock in Normallage
In gelb: Neue Einbaulage des Anschlußblockes, damit das (das kupferne Teil in der rechten Ecke auf dem Bild - ich nenne es mal jetzt so) Kontakthütchen bei Betätigung korrekt kontaktet
In blau: Stift mit Rastnocken -> Hier müssen die Rastnocken abgeschnitten werden (Bastlermesser oder ausgemusterter Nagelklipser).
Hier in Detailaufnahme: Die rot umrahmten "Flügelchen" müssen weg! Dann kann der Stift nicht mehr in das Oberteil einrasten und wir haben statt eines Schalters einen Taster - Voila!
Alles richtig zusammenbauen (besonders auf die neue Einbaulage der Anschlußblöcke und deren richtigem Abstand zur Außenkante des weißen Kunststoffkörpers in der Aufnahme achten!), ein wenig Klebstoff auf den Boden mit den 2 Führungsstiften, einen Haushaltsgummi drumwickeln und Kleber trocknen lassen. Dann noch einen Funktionstest (Multimeter oder Lämpchen mit Batterie): Beim Drücken des Tasters sollte es piepsen/leuchten!
5. Kabel von der Lochrasterplatine zu den Fußtastern ziehen und alles auf eine Montageplatte bauen
Mein Prototyp war viel kleiner als das heute verwendete Brett. Ich hatte im stillen Kämmerlein zu einem Musikstück musiziert und war der Meinung, dass die dort verwendeten Abstände reichen würden. Beim nächsten Auftritt dann das große böse Erwachen! Da man auf der Bühne dem Fußbrett nur noch ein Bruchteil der Aufmerksamkeit zuteil werden lassen kann, die man ihm zuhause gestattete, "verdrückte" ich mich einige Male (hat zwar außer mir keiner gemerkt, aber geärgert hat es mich trotzdem!). Die Elektronik wurde zusätzlich in ein kleines Gehäuse verfrachtet.
Das jetzige Brett ist klappbar und ausgeklappt 1,20 x 40 groß - damit komme ich auch mit Schuhgröße 48 zurecht ![]()
Klar braucht nicht jeder 26 Taster - bei mir sind ja auch noch ein paar frei...
So, viel Spaß beim Nachbauen!
Achja: Ich übernehme keine Haftung für Schäden (auch keine verbrannten Fingerkuppen beim Löten!), die aus dieser Anleitung entstehen könnten ![]()