Live@Work - 20_KW18 - Das neue Lichtkonzept im York mit DMXControl 3
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LightningBrothers
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29. April 2020 um 14:00 -
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Auch in einem Club ist es von Zeit zu Zeit notwendig, beim Licht einmal alles auf 180 zu drehen. Nachdem das alte Lichtequipment im York seit seinem Einbau im November 2010 vereinzelt in die Jahre gekommen war, sollte nun der Zeitpunkt für ein vollständiges Redesign gekommen sein. Durch die langjährige Zusammenarbeit mit den Clubbetreibern wandten diese sich im Sommer 2019an Stefan und seinen Bruder mit dem Wunsch, ein grundlegend neues Lichtkkonzept für den Mainfloor zu entwickeln. Hierbei galt es zwei Punkte zu berücksichtigen: zum einen sollte sich sämtliches Equipment an die vorhandenen Traversen über den Mainfloor montieren lassen. Zum anderen war die Bedingung, dass das neue Lichtkonzept wie die alte Anlage ein direktes Wiedererkennungsmerkmal erhält. Bei der alten Anlage bestand dies aus den 65 LED-Kacheln, welche in einer Matrix von 5 x 13 Geräten über dem Mainfloor seiner Zeit ihren Platz fanden. Zu guter Letzt hatten die Betreiber großes Gefallen an LED-Bars gefunden und baten hier um eine entsprechende Berücksichtigung in den Entwürfen.
Mit diesen Rahmenbedingungen ausgestattet, bedurfte es in der Tat einige Diskussionen, bis verschiedene Entwürfe vorgelegt werden konnten. Am Ende entschieden sich die Betreiber für ein Konzept, dessen "Eye-Catcher" aus insgesamt 40 LED-Bars besteht, welche sich in drei Achsen an der Decke über der Tanzfläche verteilen. Mit dieser gezielten und maßgenauen Ausrichtung der LED-Bars lassen sich verschiedenste geometrische Formen erzeugen und andere abwechslungsreiche Konturen schaffen. Die kleineren und im direkten Vergleich zu den alten LED-Kacheln schärferen Lichtpunkte ermöglichen nun auch, die Decke im wahrsten Sinne des Wortes funkeln zu lassen oder die Tanzfläche zu teilen. Hinzu kommen 25 Moving-Lights, welche die durch die LED-Bars geschaffenen Achsen fortführen. Die Funktionalitäten und Stückzahlen sind so gewählt, dass nie das gesamte Lichtequipment genutzt werden muss. Im Zuge des Umbaus wurde auch das Ambientelicht für die Tische im Bereich der Tanzfläche in die DMX-Steuerung eingebunden. Im Detail umfasst das Lichtkonzept York 2k19 folgendes Equipment:
- 40 Eurolite LED PIX-12 QCL LED-BAR
- 6 Eurolite LED TMH-X7 Wash-Moving-Head
- 7 Futurelight Color Mega Wave.i LED-Moving-Bar
- 12 Futurelight DMH-80 Spot-Moving-Heaf
- 2 Eurolite LED PFE-120 3000K Profile
- 2 Eurolite LED PAR-64 RGB Audience Blinder
- 15 Eurolite PS-36 RGB LED-Scheinwerfer
- 3 Eurolite LED ML-30 COB RGB 30W
- 2 Antari Z-390 Fazer
Direkt in der Projektierungsphase stand ein Punkt von vorn herein fest: im Zuge des Umbaus des Lichtequipments wird DMXControl 3 im York Einzug erhalten. Insgesamt werden nun etwas über 2.800 DMX-Kanäle über Art-Net ausgespielt. Diese Zahl an DMX-Kanälen war weniger die Herausforderung. Spannender wurde der Punkt, dass DMXControl 3 auf den ersten Blick nur bedingt mit LED-Bars arbeiten kann, weil die so genannte Multibeam-Unterstützung noch nicht zur Verfügung steht. Aus Gründen des Workflows und dem begrenzten Platz am Arbeitsplatz des LJs war hier auch keine Option, die LED-Bars über ein anderes bzw. zusätzliches System anzusprechen, welches besser auf die Ansteuerung von LED-Bars zugeschnitten ist. So umfasst das zugehörige Projekt allein für die LED-Bars bereits 480 Geräte (Devices), um alle Pixel der LED-Bars einzeln über Szenenlisten (Cuelists) steuern zu können. Hinzu kommen zahlreiche Gerätegruppen (Device Groups), um das gewünschte Ergebnis mit verschiedenen Effekten erzielen zu können.
Die zweite Herausforderung bedarf das Bedienkonzept selbst. Wegen des in den räumlichen Abmessungen begrenzten Arbeitsplatz musste ein Bedienkonzept geschaffen werden, welches im Regelbetrieb mit nur einem Touchscreen auskommt, im Gegenzug aber die zusätzlich gewonnenen Freiheiten in Hinblick auf die Live-Manipulation von Effekten und die Leistungsfähigkeit des neuen Input Assignments stimmig integriert. Am Ende wurde auch reger Gebrauch von den Speed- und Paramatermastern gemacht.
Insgesamt entstanden über die Zeit drei verschiedene Softdesks. Eines übernimmt die Steuerung aller drei Arten Moving-Lights. Das zweite ist gezielt auf die LED-Bars auslegt und im dritten Softdesk dient dem Ändern des Ambientelichts sowie des Aufrufen von Sondereffekten für die Spot- und Wash-Moving-Heads, um zum Beispiel das DJ-Pult in verschiedenen Farb- und Mengenkonfigurationen auszuleuchten. In diesem dritten Softdesk erfolgt auch die Einstellung der Hazer und man kann das Ansprechverhalten der Moving-Lights im Softdesk 1 ändern. Mit diesen zwei Show-Softdesks und dem einem Steuerungs-Softdesk können die LJs nun noch einfacher eine abwechslungsreiche Lichtshow kreieren, auch wenn die Oberfläche durch die deutlich größere Anzahl an Fadern im direkten Vergleich zur alten Kommandobox von DMXControl 2 möglicherweise etwas anspruchsvoller aussieht. Für die Ansteuerung kommt zum Einsatz:
- DMXControl 3.2 auf einem Windows-PC
- 2 Ulrich Radig 8-fach Art-Net-Nodes
- 2 FX5 USB-DMX-Interfaces (Backup)
- 1 Iiyama T2252MSC-B1 Touchscreen-Monitor
- 1 M-Audio Axiom 49 MIDI-Keyboard
In Hinblick auf die DMX-Ausgabe müssen insgesamt zehn DMX-Linien via Art-Net ausgegeben, wenn das gesamte Lichtequipment angesprochen wird. Die DMX-Linien in der Decke sind so verlegt und die Konfiguration der Art-Net-Nodes ist aber so gewählt, dass sich selbst bei einem Ausfall eines der beiden Art-Net-Nodes noch ein Großteil der Geräte weiterhin ansteuern lassen. Die zweite Rückfallebene bieten die beiden FX5-Interfaces, welche nun nur noch bei absolutem Bedarf zum Einsatz kommen. Die gesamte Technik für die DMX-Ausgabe findet sich in einem individuell zusammengestellten Rack.
Bei den zahlreichen Änderungen gibt es aber eine Konstante im York, die in dem Sinne nicht angefasst wurde: die LED-Wand an der Kopfseite des Clubs. Diese wird weiterhin über den zweiten PC am Arbeitsplatz des LJs angesteuert.
Das neue Lichtkonzept ist in diesem Umfang seit dem 16. November 2019 im Betrieb. DMXControl 3.2 erwies sich während der bis dato möglichen Öffnungstage als äußerst stabil und trotz der hohen Anzahl an DMX-Kanälen auch weiterhin als vergleichsweise ressourcenschonend. Aber wie es bei Projekten solcher Größenordnung nicht üblich ist, war mit der Einweihung des neuen Lichtequipments noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Durch zahlreiche Ideen, die bereits auf verschiedenen Zetteln notiert sind und durch die kontinuierliche Weiterentwicklung von DMXControl 3 wird das Projekt noch eine ganze Zeit weiterwachsen und sich entwickeln.
Euer
DMXControl-Team ![]()
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