Hallo,
der Abschlußwiderstand wird in erster Linie bei langen DMX-Leitungen benötigt. Man erreicht damit eine Leistungsanpassung am letztem Empfänger (= Kabelende). Den Abschlußwiderstand kann man sich leicht selber basteln: 120 Ohm zwischen Pin 2 und 3 eines Steckers.
Bei einem nicht abgeschlossenem Kabel werden die Signale am Ende reflektiert und laufen die Leitung entlang zurück und addieren sich zum aktuellem Signal. Dadurch kommt es zu Verzerrungen.
Bildlich kann man sich das mit Schallwellen vorstellen. Ruft man gegen eine weiter entfernt stehende Wand (Entfernung länger als die Wellenlänge des Schalls), dann reflektiert die Wand das Signal und es kommt zum Echo. Das Echo summiert sich zum aktuellem Schall und es kommt zur Verzerrung des aktuellen Schallsignals. Bei einer Schallleistung absorbierenden "Wand" wird die Schallenergie aufgenommen und nicht reflektiert. Das Signal bleibt verständlich
Wenn du Mikrokabel für die Übertragung verwendest, kannst du auf den Abschußwiderstand komplett verzichten. Diese besitzen eine weit aus geringere Bandbreite als die DMX-Kabel und übertragen keine hohen Frequenzen, wie sie in den Rechtecksignalen der digitalen DMX-Übertragung vorhanden sind. Die tieferen Frequenzen sind unkritisch, da bei der resultierenden Wellenlänge der "Echo-Effekt" vernachlässigbar ist. Durch die geringe Bandbreite werden jedoch die Signale durch wegfiltern der hochfrequenten Signale verzerrt. Aus den Rechtecksignalen wird mit zunehmender Kabellänge eine Art Sägezahn.
Diese Verzerrungen können zum Signalverlust führen und sind durchaus vom verwendetem Treiberbaustein und noch mehr von der Abtastungsart des Empfängers abhängig. Der digitale Pegel wird dann gerade noch oder auch gerade nicht zeitgerecht erreicht, um richtig als 1 oder 0 interpretiert werden zu können.
Ein weiteres Problem ist, vor allem bei billigen Geräten aus China, die Mißachtung der DMX-Spezifikation. Das Signal eines auf maximalem Durchsatz betriebenen Senders (keine Pausen zwischen den Zeichen und Frames, kurze Reset-Zeit des DMX-Signals) kann u.U. von einem derartigem Gerät nicht mehr detektiert werden, weil die Geschwindigkeit des Mikroprozessors oder dessen Pufferfähigkeit der Eingangsdaten nicht ausreichend ist. Beim DE Interface kann man deshalb diese Timings einstellen, um sich auch an derartige Geräte anpassen zu können.
Wie lang ist deine DMX-Leitung und welches Kabel verwendest du? Kannst du einen Test mit einem kürzeren Kabel machen?
Wenn die Kabel i.O. sind und auch das kürzere Kabel nicht hilft liegt es ziemlich wahrscheinlich an den Timings. Dann wird es schwierig. In diesem Fall würde ich das DE Interface als Repeater einstellen und mit den Timing-Einstellungen spielen.
Gruß
Konrad