So, nach etwas Wartezeit will ich doch mal diesen Berich fortführen
Leider hatte ich in den letzten Tagen arbeitsbedingt wenig Zeit gehabt.
Nachdem wir schließlich das ungefähre Lichtsetup beschlossen hatten, habe ich angefangen mir die ersten Gedanken zur Steuerung in DMX Control zu machen.
Um überhaupt erstmal eine grobe Richtung zu finden waren vorallem die Wiki Beiträge vom York Projekt oder auch diverse YouTube Videos sehr hilfsreich.
Eine besondere Herausforderung bestand bei uns, wie im Eingangspost schon erwähnt, auf verschiedene DJs eingehen zu können. Auf unserem Festival hatten wir ein LineUp von insgesamt 6 verschienden DJs/ DJ-Teams und 9 zu spielenden Sets. Da jeder DJ noch einen anderen Stil spielt, war es von vornherein unmöglich sich genau auf einen DJ / Team vorzubereiten. Demnach war die einzige Möglichkeit die Steuerung in einer Art LEGO Baukasten Prinzip aufzubauen und größtenteils im Live-Betrieb mit zu "tippen" und so passend zu dem jeweiligen Act ein passendes Lichtbild zu kreieren.
Zudem gab es die Anforderung von unserem Hauptverantwortlichen, dass die Lichtbilder möglichst aus nicht mehr als zwei verschiedenen Farben bestehen. Wer von Euch des öfteren mal auf einer Dorffete, Schützenfest oder ähnlichem unterwegs war, wird das sicher kennen: Ein verhältnismäßig guter DJ, super viele einzelne Lichter und alle werden Sound-To-Light angesteuert. Sowas ergibt eben das Klassische Dorfdisco Bild was wir auf unserem Event vermeiden wollten.
Um nun so ein Lego Prinzip anzuwenden habe ich für jedes Licht die Eigenschaften notiert. Bei den PAR Kannen waren dies z.b. Ein/Aus, Strobo und Farbe, bei den Movings je nach Modell: Pan/Tilt, Ein/Aus, Dimmer, Strobo, Farbe, Gobo, Prisma. Die Programmierung sollte so aussehen, das ich jeweils für eine Gruppe von Geräten eine Eigenschaft zentral ändern kann, bzw. die Farbgebung aller Geräte zentral steuern kann.
In der Umsetzung war dies größtenteils alles einfach durchzusetzen. Die gewählten Eigenschaften entsprachen meistens den DMX Kanälen der Geräte. Im DMX Control würde so ein Effekt eine Eigenschaft steuern.
Kleine Probleme gab es mit den PAR Kannen und den LED Bars. Die PAR Kannen hatten keinen internen Masterdimmer, wodurch ich nach etwas Recherche hier im Forum auf die Funktion mit virtuellen Dimmern gestoßen bin. Bei den Virtuellen Dimmern werden in der DFF Datei die drei RGB Kanäle zu einem neuen Masterdimmer zusammen gefasst. Dabei wird im DMX Control ein zusätzlicher Kanal beleget, der vom Gerät selber aber nicht mehr registriert wird. Das selbe Problem hatte ich auch bei den LED Bars. Diese hatten zwar einen Masterdimmer, allerdings gab es keine Subdimmer für die drei einzelnen Leuchtsegmente. Also wurden für diesen Gerätetyp auch nochmal 3 virtuelle Dimmer angelegt.
Nachdem nun die kleine Probleme behoben waren ging es an die Programmierung. Im ersten Schritt habe ich dabei 16 Effekte als reine Farbmuster definiert, welche nur die entsprechenden DMX Kanäle ansteuern. Der Effekt selbst besteht dabei nur aus einer CUE, welche in einer Schleife läuft. Zu den 16 Farbmustern kamen dann noch 4 Farbdurchläufe hinzu, die wiederum nur die einzelnen Farbmuster abrufen.
Im nächsten Schritt dann ging es an die Effekte, mit denen gesteuert wird, welches Licht gerade läuft. Bei diesen Effekten wird zudem der Taktgeber aus dem BeatTool mit einbezogen. Da Elektromusik fast immer die selber bpm Anzahl hat, war ein großartiges Einstellen nicht nötig. Sollte doch mal anpassungen gemacht werden, hatte ich auf dem Midi Pad einzelne Tasten mit den Funktionen des BeatTools belegt.
Die Bewegungen der Moving Heads wurden auch alle zusammen in einer Gruppe von Effekten behandelt, wobei das interne Tool für die Bewegungen zum Einsatz kam. Insgesamt hatte ich hierfür 5 verschiedene Bewegungen und 5 starre Bilder einprogrammiert.
Damit nun auch ein einzelnen Ein/ Ausschalten der Lichter möglich war, hatte ich eine Blackout Effekt pro Gerätegruppe erstellt, welcher vom Midi Pult einfach ein und ausgeschaltet werden konnte. Zusätzlich hatte ich noch für jede Gruppe einen Flash Button angelegt, welcher in der eigentlichen Priorität höher war und sich somit über den Blackout Effekt setzen konnte.
Für jede Gruppe von starren Lichtern wurden 5 verschiedene Abläufe programmiert, wie diese Ein und Aus geschaltet werden konnten. Diese 5 Gruppe ähnelten sich zudem pro Gerätegruppe und waren über einen extra Button auch zusammen schaltbar.
Strobebefehle wurden jeweils in für die aktuelle Farbe und in Weiß angelegt, wobei die Buttons alles Flash Buttons waren. Ansonsten gab es noch einige Befehle für Blinder, Gobos, Prisma, etc. welche hier nicht unbedingt weiter erwähnt werden müssen. Sollten trotzdem Fragen auftauchen kann ich das natürlich nachreichen.
Die Steuerung auf dem Midi Pult entspricht eigentlich 1-1 der Belegung in der Kommandobox. Es wurden dabei 2 Seiten benötigt. Wobei ein Knopf auf dem Pult fürs Umschalten zuständig war. Die 9 Fader auf dem Pult wurden zudem mit den einzelnen Dimmern der Gerätegruppen belegt. So war es z.B. möglich die Blinder variabel auf einer Stufe zu halten während der Change Over Pausen. Die internen LEDs des Pultes wurden so programmiert, dass die Knöpfe leuchten, sofern ein Effekt aktiv war.
Für heute solls das auch erst einmal wieder gewesen sein. Ich werde versuchen zeitnah noch den letzten Teil vom Live Betrieb zu beschreiben. Falls einer von Euch Interesse an unserem kleinem Festival hat und aus dem Raum Ostfriesland kommt? Am 01.-02.09.2017 soll die nächste Auflage stattfinden ![]()