STL Datein für Ersatzteile

  • Hab zu Weihnachten einen gebrauchten 3D Drucker geschenkt bekommen. (Prusa Core One falls es jemand interessiert)

    Habe mich leider bisher ziemlich wenig mit dem Thema beschäftigt, repariere aber im Rahmen einen Kleingewerbes neben meinem Hauptjob Geräte aus dem Bereich der Veranstaltungstechnik.

    So und hier wird das Thema für mich interessant: gerade für ältere Geräte oder Billig-Marken gibt es kaum Ersatzteile für Gehäuse, Schalterabdeckungen, Knöpfe etc. Und ich sehe es einfach nicht ein, ein sonst technisch einwandfreies Gerät sterben zu lassen nur weil ein Gehäuseteil fehlt (und die sind im Rahmen einer EN50678-Prüfung (DGUV V3) die ich nach einer Reparatur grundsätzlich durchführe aber nun mal Pflicht).

    Leider ist es auch nicht so einfach selbst 3D Dateien zu erstellen.

    Darum die Frage: gibt es irgendwo in den Tiefen des Nets eine Seite mit STL-Vorlagen speziell für Ersatzteile (muss sich jetzt nicht nur auf VA-Technik beschränken) ? Habe sämtliche mir bekannten Seiten wie printables oder Cults3D durchforstet und habe dort nur seeeehr vereinzelt ein paar wenige Teile gefunden (vor allem im Bereich Pioneer DJ wird man recht schnell fündig).

    Dürfen auch gerne ein paar Euro kosten solange sie was taugen


    PS: bin auch gerne offen für irgendwelche Lichteffekt-Selbstbauprojekte aus dem 3D Drucker ^^

  • Huhu,


    ich beschäftige mich seit 4-5 Jahren mit dem 3D-Druck. Wenn du spezifische Ersatzteile/STL für das eine Gerät suchst, suchst du ewig. Manchmal passen Vorlagen von anderen bekannteren Geräten da viele Dinge genormt sind. Den ein oder anderen Socialmedia Creator gibt es auch der die ein oder andere Vorlage hat wenn man nachfragt. Aber leider gibt es nicht diese eine Datenbank wo man die Vorlagen findet für den Bereich Veranstaltungstechnik.


    Vieles ist im Endeffekt dann "so was brauch ich, also design ich das schneller als ich es online finde". Ab und zu kann man bei den Herstellern anfragen ob diese CAD-Dateien von diesem einen Teil haben, das kann man dann meist durch kostenlose Software importieren und im STL Format exportieren.

    Die Welt des 3D-Druckes ist eine "Wissenschaft für sich". Macht unheimlich viel Spaß und kann wie du geschrieben hast, viele Geräte am Leben erhalten. Gerne kann ich mal einen kurzen Crashkurs geben, was ich bereits für die Veranstaltungstechnik bei uns in der Gemeinde alles entworfen und umgesetzt habe :)

  • Da du hier mit den benötigten Teilen eher im Bereich der CAD-Konstruktion unterwegs bist, wären für Teile von Standard-Komponenten möglicherweise die Plattformen

    interessant. Aber ich will umgekehrt nicht ausschließen, dass du hier erst noch mit einem (3D-) CAD-Programm oder vergleichbar erst noch Hand anlegen musst, um die passenden Bestandteile der Standard-Komponenten herauszulösen. Die beiden genannten Plattformen nutze ich in meinem Hauptjob, um 3D-Konstruktionen mit Standard-Komponenten zu vervollständigen und da brauche ich natürlich immer auch das komplette Bauteil und weniger deren Einzelteile.

    Eines der gängigen Austausch- bzw. Neutralformate ist im 3D-CAD-Bereich übrigens STEP. Je nachdem wie die Daten exportiert wurden, kannst du dir aus der einen STEP-Datei selbst bei großen Konstruktionen wieder einzelne Bauteile und Komponenten herauslösen - aber eben halt nur mit Programmen, die mit den Daten arbeiten können.

    Ein anderer Ansatz können aber auch die Hersteller der Geräte und Komponenten selbst sein. Viele bieten entsprechende Daten auch auf ihren eigenen Webseiten an statt auf den oben genannten Plattformen. Hier kann es dann auch sein, dass du 3D-Daten als DWG-Datei vorfindest. Aber diese lassen sich ebenfalls wieder konvertieren.

  • Ab und zu kann man bei den Herstellern anfragen ob diese CAD-Dateien von diesem einen Teil haben

    naja da hab ich relativ wenig Hoffnung wenn es das Teil an sich schon nicht als Ersatzteil gibt. Und bei vielen Herstellern hatte ich schon bei manchen Anfragen schon das Gefühl, dass man durch die Blume gesagt bekommt: "schmeiß den alten scheiss weg und kauf was neues, wir wollen Kohle an dir verdienen"

    Naja und CAD-Zeichnen ist für mich abseits von Elektroschaltplänen wohl eher unerforschtes Terrain, wenn es in Richtung 3D geht, erst recht. Und Gehäuseteile sind meißtens halt nicht nur simple geometrische Formen ||
    Naja mal schauen was die Zeit so ergibt, mein Schwager hat sich für teuer Geld einen 3D Scanner gekauft, vielleicht lässt sich da ja was erreichen wenn man defekte Teile provisorisch mit Sekundenkleber zusammenbastelt (evtl. fehlende Teile mit Folie ergänzt), scannt und dann neu druckt

  • Hi!

    Naja, ich glaube da darf man einfach nicht zu viel Angst vor haben. Ich persönlich bastle meine Teile auch nicht in einem "ordentlichen" CAD-Programm zusammen sondern schlichtweg in Blender. Das ist eigentlich ja für 3D-Grafik erfunden worden.
    Und wo die Rohdaten für den 3D-Druck halt normalerweise total unempfindlich sind (gewisse Ausnahmen gibt es schon): Wild zusammenstückeln geht wunderbar. So wie Du das mit "provisorisch mit Sekundenkleber" machst, schiebt man da halt einfach einen Würfel in einen Zylinder, stanzt mit einer Bool-Operation von einer Kugel eine Delle raus und passt so lange die Maße an bis man hat was man braucht.
    Ich "klaue" auch Teilkonstruktionen von Thingiverse.com wie z.B. einen Teil einer Verschraubung von einen Objekt was sonst was ganz anderes ist und baue den Rest drumrum.
    Und faszinierenderweise bietet auch KI hier schon seine Dienste an. Es gibt zig Seiten, die für kein oder wenig Geld Fotos in erstaunlich gute Grundlagen für ein 3D-Objekt verwandeln.

    Und nur zum "das lern ich nimmer": Mein Schwiegervater mit über 70 macht für sein Kleingewerbe einen ganzen Haufen von Teilen aus dem Drucker selbst. Incl. Design in Fusion. Hat er sich selbst beigebracht, gibt genügend Tutorials und Videos online.
    Nur Mut, man muss so eine komplexe Software nicht vollständig verstehen. Die wichtigsten Grundlagen reichen echt aus.

    Viel Erfolg
    Hoc

    Mein Equipment:
    1x Hirn | 2x Augen (leicht defekt) |2x Ohren | 1x Mund |32x Zahn (zum Teil V1.5) | 1x Handundfuß-Interface
    *SCNR*

  • Ab und zu kann man bei den Herstellern anfragen ob diese CAD-Dateien von diesem einen Teil haben

    naja da hab ich relativ wenig Hoffnung wenn es das Teil an sich schon nicht als Ersatzteil gibt. Und bei vielen Herstellern hatte ich schon bei manchen Anfragen schon das Gefühl, dass man durch die Blume gesagt bekommt: "schmeiß den alten scheiss weg und kauf was neues, wir wollen Kohle an dir verdienen"


    Naja mal schauen was die Zeit so ergibt, mein Schwager hat sich für teuer Geld einen 3D Scanner gekauft, vielleicht lässt sich da ja was erreichen wenn man defekte Teile provisorisch mit Sekundenkleber zusammenbastelt (evtl. fehlende Teile mit Folie ergänzt), scannt und dann neu druckt

    Persönlich habe ich bei Thoman gute Erfahrungen mit Ersatzteilen bei den eigenen Marken gemacht. Da die ganzen China-Geräte meistens aus den selben paar Fabriken fallen, findet sich oft auch ein passendes Ersatzteil bei einem Thoman-Gerät.

    (So haben ligthmaxx Vega Zoom Wash, IMG Minizoom 712, Varytec 712Z, Varytec 712 HEX alle die selben Gehäuse-oberhälften -> Für die Varytec kriegt man beim T Ersatzteile)


    Als kleinen Trick: Man kann Teile, wenn diese flach aufliegen und nur in 2D kompliziert sind, einfach (mit einem herkömmlichen Scanner) einscannen und dann im CAD-Programm um den "Grundriss" drum herum bauen. Man kann auch teilweise ein möglichst zentriertes Foto des Teils machen, mit einem Lineal daneben.

    Etwas CAD zu lernen wirst du vermutlich aber nicht vermeiden können.


    Würde gerade mit PLA wegen der Temperaturen aufpassen. Das wird teilweise schon bei 50C weich, und fängt an sich zu verformen. Am schönsten sind natürlich von Oberfläche und Stabilität Resin-gedruckte Teile. Wenn der proptyp passt, kann man resin-teile auch für einen schmalen Taler in China anfertigen lassen. (Oder man findet einen anderen Nerd der so einen Drucker besitzt ;D)