Artnet/DMX LED Pixelsteuerung

  • Moin Zusammen,



    ich Plane grade für eine Bühne eine Led Projekt. Ich baue 10-15 Röhren und die LED Stripes kommen. Die sollen alle mit einem Controller programmierbar sein. Zusammen sind es circa 2000 Pixel. Also jetzt zu meinen konkreten Fragen:



    -Welchen LED Controller brauche ich? Von dem was ich bis jetzt in Erfahrung gebracht habe brauche ich einen Artnet DMX Controller. Leider gibt es da eine riesige Auswahl von 30-400€ und bin ein bisschen überrumpelt von dem Angebot.



    -Welche LED Stripes brauche ich? Die WS2812B sind so die Gängigsten. Und die VT2553 (EDIT: SK6816 nicht VT2553) sollen eigentlich das neuere Modell und besser sein sind aber günstiger



    LG Elektrohahn

  • Moin Elektrohahn,


    wenn Du die einzelnen Pixel ansteuern möchtest, benötigst Du Stripes, die entsprechende LEDs mit eingebautem Controller verwenden. WS2812 ist da gängig.

    Die VT2553 (bei reichelt kurz drüber geschaut) sehen für mich so aus, als ob kein Controller integriert wäre - aber dafür RGBW. Ich vermute, es lässt sich daher nur der Streifen als ganzes via PWM o.ä. steuern - aber nicht einzelne Pixel... Das erklärt auch den günstigen Preis trotz zusätzlicher LED ;)


    Um Dich nicht zu frustrieren, würde ich evtl. erst einmal kleiner anfangen und dann ausbauen und nicht direkt mit mehreren 1000 Pixeln anfangen:

    Du benötigst Schaltnetzteile mit sehr hohen Strömen, musst dir über Querschnitte und Einspeisepunkte den Kopf zerbrechen, dann kommen plötzlich Transienten in die Rails und die Controller machen Quatsch, weil die Abblockkondensatoren nicht ganz passen. Oder die SNT kommen mit den Lastwechseln nicht hinterher und das System geht in die Knie...

    Zudem ist die serielle Datenübertragung nicht symmetrisch und verläuft dicht bei den Rails - das könnte auch noch bei größeren Längen Überraschungen mit Einstreuungen und Reflektionen geben...


    Ich selbst habe noch nicht ernsthaft mit einzeln adressierbaren Stripes gearbeitet - kenne aber viele wilde Geschichten...

    Wenn Du einen festen Zeitplan hast, hoffe ich, dass Du einen kompetenten Partner findest, der Dir bei diesen ganzen Stolperfallen unter die Arme greift. Der wird Dir dann auch geeignete Komponenten empfehlen, die vernünftig zusammenspielen. Bei DMX fallen mir Markus Siwek (DMX4All) oder Ulrich Radig ein - beide wissen was Sie tun und ich schätze sie persönlich sehr.


    Die Komplexität sinkt natürlich deutlich, wenn jede Röhre autark arbeitet und nur durch DMX oder ArtNet verbunden sind... Trotzdem würde ich mich beraten lassen.


    Auf SW-Seite fällt mir natürlich Madrix ein - aber evtl. kann Dir hier auch mit DMXC geholfen werden :)


    Beste Grüße - und Viel Erfolg

    Hendrik


    PS: Wäre nett, wenn Du uns auf dem Laufenden hältst - solche Projekte sind immer spannend...

  • Zudem ist die serielle Datenübertragung nicht symmetrisch und verläuft dicht bei den Rails - das könnte auch noch bei größeren Längen Überraschungen mit Einstreuungen und Reflektionen geben...

    Da (zumindest bei den WS2812) jede LED ein neues Datensignal erzeugt und nicht wie bei DMX einfach alle parallel am gleichen Bus hängen, würde ich mir da weniger Sorgen machen. Zwischen den meisten LEDs ist der Bus also nur 3 cm lang, wenn, dann gibt es eher Probleme beim Übergang zum nächsten Streifen, wenn da zu viel Leitung zwischen wäre.


    Stefan

  • Hi!


    Und genau bei dem was Stefan da schreibt könnte Dein größter Gedankenfehler liegen: Wenn die geplanten Röhren nicht alle direkt hintereinander hängen, dann wird die Leitung dazwischen zum Problem. Auch die Gesamtanzahl der 2.000 Pixel auf einen Controller zu packen ist sportlich. Du wirst mehr als einen davon brauchen um das zu realisieren. Wenn es z.B. zwei Gruppen von Röhren (echt nahe zusammen bzw. verbunden) sind, dann wird das mit 2 Modulen mit je 4096 Kanälen gehen (RGB = 3 Kanäle pro Pixel, also ca. 1360 Pixel maximal).

    Sind die Röhren alle weiter auseinander dann kommt das Leitungsproblem dazu. Der von Hendrik bereits erwähnte Ulrich Radig hat dafür allerdings auch "Range Extender" im Programm. Aber auch das hat seine Grenzen.

    Und das mit dem Strom: Unterschätze nicht die Kosten die für die Netzteile anfallen. Da kommen sehr schnell sehr große Ströme zusammen. 60mA bei einer LED auf "Full on" (weiß) bei den WS2812 klingen wenig, aber nimm das x 2.000 und Du kommst auf 120A (meist 5V).


    Viel Erfolg bei dem Projekt, klingt auf jeden Fall cool. ;)

    Hoc

    Mein Equipment:
    1x Hirn | 2x Augen (leicht defekt) |2x Ohren | 1x Mund |32x Zahn (zum Teil V1.5) | 1x Handundfuß-Interface

    *SCNR*

  • Schau dir mal das video an.

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    Vielleicht hilft dir das ein bisschen weiter.


    Ich habe aktuell ein Projekt mit ws2812b LEDs mit 30 leds/m und 2 mal den d1 mini in Arbeit, die LEDs sollen meine Terrasse beleuchten.


    Auf den Mikrocontrollern läuft die Software wled, die auch Artnet empfangen kann.

  • Gute Abend elektrohahn,


    Je nach Budget würde ich auf einen dieser Controller setzen:


    ESP8266 mit WLED:

    +Sehr Niedrige Kosten

    +Einfache Handhabung

    +Unterstützt Artnet und sACN

    +Viel info dazu im Netz

    -Maximal 750 LEDs flüssig ansteuerbar

    -Ansteuerung nur per WLAN möglich

    -Ein Ausgang


    Ulrich Radig Pixelcontroler:

    +Einfache Bedienung

    +Preiswert

    +Maximal 1365 LEDs

    +Mehrere Ausgänge

    +Guter Support

    -Nur Artnet


    Falcon Pixelcontroller F16v3:

    +Ausgabe von bis zu 96 Universen an Pixel

    +16 Ausgänge (Erweiterbar)

    +Ausgänge können über „differential Receiver“ vom Controller abgesetzt werden

    +DMX Outputs

    +Sicherungen am Controller

    +sehr verbreitet in der internationalen Pixel-Weihnachtsbeleuchtungs Community

    -Teuer

    -Offizieller EU Händler versendet nur aus England.

    -Komplexe Handhabung


    Ich würde dir sehr Empfehlen bei deinem Projekt einen Controller mit mehreren Ausgängen zu nutzen, so vermeidest du das durchschleifen und einspeisen zwischen den Röhren.

    Auf diese Weise benötigst du, je nach Distanz einen wesentlich geringeren Leiterquerschnitt.


    Des Weiteren würde ich in jedem Fall auf Netzteile von einem bekannten Hersteller z.B. Meanwell setzen. Hier musst du zwar mehr Geld auf den Tisch legen, aber diese Netzteile haben dann auch ein echtes CE- und GS-Zeichen.

    Außerdem sind korrekt bemessene Sicherungen an allen Ausgängen deines Controllers/Netzteils angesagt. Auch mit 5v lassen sich Häuser abfackeln, insbesondere bei diesem hohen Strom.


    Und zuletzt muss ich auch nochmal Henne Ergänzen: Diese 10-15 LED Röhren hören sich nach überschaubarer Arbeit an, aber bei genauerer Betrachtung gehört viel Arbeit dazu. Insbesondere wenn man etwas derartiges noch nie umgesetzt hat. Darüber hinaus werden insbesondere diese Pixel Geschichten sehr schnell sehr teuer, nur die Preise für LEDs und Controller zu kalkulieren führt zu bösen Überraschungen.


    Daher mein Tipp: Trau dich bitte nur an so ein Projekt heran wenn du die nötigen elektronischen Kenntnisse, das nötige Buget und die Nötige Zeit dafür hast.


    LG discodj14

  • Ich hab zwar erstmal andere Projekte auf dem Tisch, aber das Thema finde ich grundsätzlich superspannend und hab´s auf der to-do Liste. Hatte bisher nur mit einem PIC Controller mal eine einzelne LED angesprochen (PWM), von daher ist meine Ahnung und Erfahrung begrenzt, bitte das zu berücksichtigen :) Wenn ich Blödsinn schreibe, bitte löschen.


    Bei den ganzen Diskussionen um Netzteile, Stromstärken und Kabelquerschnitte frage ich mich: Kann man nicht die grenzwertigen und aufwendigen Situationen vermeiden, wenn man es modular angeht? Das ist dann zwar nicht optimiert und wird auch teurer, aber dafür ist es einfacher umzusetzen und es kann Stück für Stück wachsen bzw. auch mal umgebaut werden.Warum nicht erstmal eine Röhre bauen, die für sich genommen funktioniert, und das dann wiederholen? (1 Röhre, 1 Netzteil, 1 Controller) mal x.


    ABER! Der OP sagte was von Bühneneinsatz. Wenn es da um eine tourende Band geht, sollte der Krempel auch mechanisch robust sein, ggf. noch IP Klasse usw. Da sollte man sich das mit Selbstbau nochmal gut überlegen, denn wenn das erste Bier über die Röhre läuft oder ein Roadie das Ding auf den Hänger schmeißt.....

  • Hi!


    acdnrg: Das mit dem Modular ist eigentlich etwas was discodj14 bei der Ansteuerung mit einem ESP8266 meint. Das sind extrem kleine WLAN fähige Controller die dann zumindest eine überschaubare LED-Zahl versorgen können. Ich persönlich hab das schon mit dem größeren ESP32 gemacht. Dann läuft sowas sogar komplett Wireless auf Akku(pack). Auf unserem Jahrestreffen in Berlin 2019 hatten wir z.B. ein "OnAir"-Schild dabei mit sowas. Das hatte ich alles im Keller liegen und in kürzester Zeit zusammengebaut.

    So modular fallen dann die Netzteile viel kleiner aus (8-10A) und es wird einfacher zu handhaben. Und die Controller (ESP8266) kosten maximal 5-10€. Aber: Es ist halt WLAN.


    Hoc

    Mein Equipment:
    1x Hirn | 2x Augen (leicht defekt) |2x Ohren | 1x Mund |32x Zahn (zum Teil V1.5) | 1x Handundfuß-Interface

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  • Hat denn noch keiner sowas wie den ESP8266 mit Kabelanschluss gebaut? Oder eine Version vom Radig Controller für 1 Universum? Ich hab mich da mal im Forum angemeldet, warte aber noch auf Freischaltung.


    Im Moment neige ich zu 12V und WS2815. Grund: Weniger Aufwand bei der Verkabelung und die Stromflüsse bzw. Kabelquerschnitte fallen kleiner aus. Jetzt fehlt nur noch der passende Controller.


    Es geht um ein LED Raster an der Zimmerdecke. 4x5m, alle 50cm ein Streifen. Das liebste wäre mir, jeden Strip autark zu haben, auch wenn das ganze dann nicht optimiert ist, zB in bezug auf Adressräume. 1 Strip, 1 Netzteil, 1 Controller, 1 Universum. Und das dann halt ein paar mal.


    Im Endeffekt die Bonsaivariante von sowas da:


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