Kleines DMX Pult selber bauen?

  • Kleines DMX Pult selber bauen?

    Hallo!

    Habe da folgende Frage bzw. Szenario:

    In einer Veranstaltungsstätte habe ich oben in der Regie mein Lichtstellpult (ist mal n MA LC II 48/6 oder eine OnPC). Auf der Bühne möchte ich nun ein kleines Lichtstellpult an die Wand montieren, mit dem ich - genau wie von der Regie auch aus - unser Arbeitslicht bedienen kann. Das kleine neue Pult sollte 3 patchbare Fader haben. Das Ganze würde dann über einen Merger mit dem Regielichtpult verbunden. Man könnte natürlich über den DMX-IN des Command Wings eine solche Fernsteuerung integrieren. Hätte aber viel lieber ein eigenständiges kleines Pult, so dass man immer Zugriff auf das Arbeitslicht hat, egal was das Pult oben macht. (HTP/LTP kann ich ja am Merger einstellen).

    Habt ihr da ne Idee? Die 3 DMX-Kanäle sind auch nicht direkt hintereinander. Viele einfache Pulte bieten ja 6 nicht patchbare Kanäle mit nur einer Startadresse. Das hilft mir ja dann auch nicht weiter. Ausserdem hätte ich gerne was gebastelt.

    Löterfahrung habe ich auch, hab auch mal die FX5 Platine selber geätzt, gebohrt, bestückt und beim Atmega programmieren, da ich den irgendwie auf externen Quarz umgestellt hatte und dann keinen Zugriff o.ä mehr hatte, einfach in die Ecke geschmissen und nie mehr angerührt ;)

    Also ganz blutiger Anfänger bin ich nicht.

    Für jede Hilfe bin ich sehr dankbar!

    Grüße!
  • guck dir das mal an. Das kann 64Fader, das patchen wäre also einfach die Fader an die eingänge nazuschließen wo deine CH liegen. alternativ könntest du auch die Arbeitslicht CH ändern und so legen, das sie zusammen liegen.
    digital-enlightenment.de/mux.htm
    Gruß
    Scyte
    Was mit Gaffer nicht klebt, ist kaputt! :rolleyes:

    Je mehr Käse desto mehr Löcher
    Je mehr Löcher desto weniger Käse
    Ergo:
    Je mehr Käse desto weniger Käse :thumbup:
  • Es gibt mehrere Gründe, warum ich Dir vom Selbstbau in der Situation abrate:
    1. Das ist ja nicht für Privat sondern in einer Versammlungsstätte (so interpretiere ich Deinen Begriff "Veranstaltungsstätte"). D.h. du bist Inverkehrbringer im Sinne EU. Stichwort CE-Kennzeichen. Du weißt, was das heißt?
    2. Es gibt so schöne fertige Lösungen, die exakt das tun, was du willst - und das für sehr vernünftiges Geld.
    3. Willst Du auch in 5 Jahren noch in Rufbereitschaft sein, weil jemand das von Dir selbstgebaute Arbeitslichtpult nicht versteht? Ein Selbstbau wäre das erste, was ich rauswerfen würde, wäre ich neu in einer Versammlungsstätte zuständig und hätte ein Problem.
    4. Abgesehen von der rechtlichen Situation würde ich - sofern Du nicht ein ausgefuchster Bastler bist, dessen Ergebnisse in allen Richtungen professionellen Ansprüchen genügen - niemals etwas selbst"basteln", das dann von einem mir nicht bekannten Nutzerkreis über einen nahezu undefinierbaren Zeitraum benutzt wird und (zumindest für andere Techniker) offen sichtbar an einer Wand hängt.

    Schau mal bei ELC-Lighting nach. AC612-Range. Da gibt es schöne kleine Saallichtbedienpulte.
    Die Version XUBF mit 6 Tasten und 3 Fadern habe ich mit hoher Akzeptanz neulich in einer Architekturanwendung eingesetzt.

    Man kann ganze Cuelisten hinterlegen. Die einzelnen Cues (Stimmungen) können das ganze DMX-Universum umfassen. Das Problem mit dem freien Patchen hast Du damit also gar nicht. Du machst mit dem externen Pult ne Stimmung "alle Arbeitslichter auf 100%" und legst diese im Nebenpult ab.
    Die Taster lassen sich beschriften, so dass sich auch die Reinigungskraft das Licht anschalten kann.

    Das Teil hat einen DMX-In und DMX-out. Die Signalkette wäre dann: Regieraum -> Saallichtpult -> Anlage.
    Für Dich wäre der "Priority Merge" Modus der sinnvollste: Liegt aus dem Regieraum ein gültiges DMX-Signal an, werden lokale Eingaben ignoriert. Aber es gibt auch HTP-Merge oder DMX-in ignorieren.

    Die Dinger lassen sich auch vernetzen, so dass Du auch weitere Bedienstellen (z.B. an der anderen Bühnentüre oder im Saal) hinzufügen kannst.

    Deutscher Vertrieb über CAST: castinfo.de/

    Ach ja - schau mal nach: Es gibt auch Dimmerserien, die eine Zusatzschnittstelle für solche Funktionen haben. Bei Zero 88 z.B. das "Chilli-Net", über das man ein Panel für Putz-und Arbeitslicht anhängen kann.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Stagemanager75 ()

  • Hier muß ich

    "Stagemanager75" im Vollem Umfang und darüber hinaus recht geben !!

    NICHTS rechtfertigt oder geschweige RECHNET sich heutzutage noch, ein Vorhaben welches du beschreibst auf dem "Bastlerweg" zu realisieren !! (Bestenfals im Hobbykeller deiner Schwester)

    Ich habe früher in meinen Anfängen in einer Schwof Disco reichlich selbstentwickelte und realisierte Lichteffekte gebaut und voll eingesetzt ! Richtig coole sachen ... !! Auf Tour war ich mit ner Umgebauten Alten Wurlitzer - Zwei Manualle Fußbedale mit echter RGB Mischung Analog realisiert . . .
    Würde ich heute (währe ich nochmal 20) sowas nur im Ansatz beginnen ... !! Ohgot.. Es ist alles "Überreglimentiert" Und nicht nur durch Gesetzte nicht mehr zulässig !

    Dazu kommt, Früher war Lichtshowtechnik Schweineteuer !! Heute bekommst du Chinasachen für Taschengeld !
    Und das darfst du sogar teils einsetzten !! Zumindest sowas was du "bauen" willst !!

    Wenn du es ernst meinst ?? dann lass solche Bastelsachen auf öffentlichen Bühnen !

    Da versuche deine bastelwut lieber im Modellbau umzusetzen ! Da ist eine Ganze Welt für neues Offen !!
    Und da geht noch "selbstgebasteltes".

    Gruß Ralf

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von LightStar ()

  • Hallihallo!

    Erstmal vielen lieben Dank, dass ihr euch der Sache so kritisch und zugleich sachlich angenommen habt und euch die Zeit genommen habt. Sehr sehr hilfreiche Tipps! Danke Schön! Werde mir die ELC-Steuerpult näher betrachten.

    Das Pult wäre natürlich verschlossen (wir haben ein kleines Inspitientenpult mit abschließbarer Haube) fest verbaut worden. Gegen jegliches selbstgebastel auf Bühnen bin ich auch strikt gegen. Material, was bei uns angeschleppt wird, muss immer betriebssicher sein und darf auch keine Gefahr für andere darstellen.

    Mit den Gesetzen kenne ich mich ein wenig aus (jetzt auch nicht wirklich gut ;) ), aber da das Teil ortsfest verbaut wird, 50V Spannung voraussichtlich nicht übersteigt (das Netzteil hierzu wird ein CE Zeichen haben), ich nicht vorhabe, es auf den Markt zu bringen, bin ich mir doch sehr sicher, dass es nicht unter die EU-Niederspannungsrichtlinie (in D 1. ProdSV), noch großartig unter die EMV-Richtlinie fällt und daher auch kein CE-Zeichen benötigt. Wenns nicht stimmt belehrt mich und meckert mit mir :thumbsup:

    Aber ich stimme euch absolut zu, Basteln ist doch wirklich was für zu Hause. Ich dachte mir nur, dass ich mich mal wieder mit ein wenig Gelöte auseinander setzen sollte, um wieder etwas Erfahrung in dem Bereich einzuholen. Aber ihr habts mir sonnvollerweise ausgeredet (toll gemacht... :( ) :P :P .

    Die ELC-Pulte sind definitiv interessant! Ich schau es mir an!

    Danke euch nochmal - wirklich gutes Forum! :thumbup:



    Achso: @Scyte (wg dem Demultiplexer von DE): Daran hatte ich auch erst gedacht. Aber irgendwie fertig geätzt und mit fertig porgrammierten IC gibt's den nicht, oder?

    Vielleicht wär das dann einfach mal was für mich, wenn ich mal wieder ein wenig daheim basteln möchte.

    Wie würd das denn im Einzelnen funktionieren? Ich habe also den Demulitplexer, der über die Fader ein analoges Signal erhält. Und er wirft ein ganz normales DMX Signal raus, richtig? Wie verbinde ich Fader mit dem Demux, welche Speifikationen müssen die Fader haben?

    Grüße!

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von jfkwentaway ()

  • Musst mal.hier im Forum fragen da gibt ute die dir für 13-16€beides zuschicken, Platine +Chip(programmiert.
    Gruß
    Scyte
    Was mit Gaffer nicht klebt, ist kaputt! :rolleyes:

    Je mehr Käse desto mehr Löcher
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    Ergo:
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  • Also vom Basteln will ich Dich nicht abhalten - mach das für Dich, für Deine Lichtlergruppe oder wo auch immer Du die Hand dauerhaft drauf hast.

    Und vielleicht bist Du ja einer der begnadeten Amateure, deren Ergebnisse manches Profigerät in den Sack stecken (das im Forum beliebte FX5 basiert auch auf dem eigentlich als Selbstbausatz gedachten DE-Interface - aber der Entwickler hat sich dann daran gemacht, es zu professionalisieren und sauber in Verkehr zu bringen - incl. WEEE-Richtlinie wegen Entsorgung).

    Bitte verwechsle 2 Dinge nicht:
    Nur der Punkt des "Nicht in Verkehr bringens" rechtfertigt, auf ein CE-Kennzeichen zu verzichten.
    Selbst wenn Du (was sehr theoretisch ist) mit einem elektronischen Gerät keiner Richtlinie unterliegen würdest, bräuchtest Du ein CE Zeichen und die dazu nötige Unterlage, die dem geneigten Leser mitteilt "dieses Gerät entspricht allen dafür gültigen Normen - nämlich keinen".
    Und allein die WEEE-Richtlinie (die mit dem Elektronikschrott) greift auch, wenn sonst keine andere greift.
    Mindestens bei EMV bist Du dabei, da der Prozessor des Multiplexers Störungen aussenden kann und auch auf Störungen reagierten kann. Ich bin mir sicher, das Problem lässt sich in den Griff kriegen, aber man muss es halt tun (und idealerweise aufzeichnen, was und warum man getan hat).

    Ob Du in Verkehr bringst wäre jetzt der Knackpunkt.
    Selbstverständlich darf man für sich selbst Betriebsmittel bauen, die nicht Kennzeichnungspflichtig sind (aber trotzdem Normen unterliegen).
    Die Frage wäre letztlich, ob Du a) zu der Halle "gehörst" und ob Du b) den Auftrag hast, das zu machen.

    Ich sehe das übrigens weniger wie Lightstar als überreglementiert, sondern als "erst Hirn einschalten, gründlich umschauen und dann loslegen".

    Du hast ein paar sehr wichtige Dinge genannt, die so auch Bestandteil einer Doku zur CE-Kennzeichnung sind. Du hast im Geiste die verschiedenen Bereiche abgeklappert und für Dich geprüft, wie du welchen löst:
    Niederspannungsrichtlinie? -> Delegiert auf Hersteller des CE-gekennzeichneten Netzteils
    ...
    Abgesehen davon ist der Sicherheitsaspekt Deiner geplanten "Bastelei" tatsächlich nicht so sehr problematisch. Bei Versammlungsstätten muss, um Brandgefahren zu vermeiden, sowieso bei Abwesenheit von Personal die Leistung freigeschaltet werden, so dass selbst ein Amok laufendes Lichtpult keine Feuergefahr darstellen würde.

    Bleibt allerdings immer noch mein Argument 2. Selbst wenn Du das Pult selbst zusammenbastelst brauchst Du noch einen Merger (oder kann das die Platine von Henne auch? Da treffen sich für mich (selbst wenn man die eigene Arbeitszeit nicht rechnet) irgendwann die Summe der Komponenten und Bauteile mit dem EK für ein fixfertiges Gerät.


    Zum Multiplexer:
    Soweit ich die Platine verstehe könntest Du direkt Fader dranhängen. Oberes Ende an die 5V-Schiene, unteres an die 0V-Schiene und den Abgriff an den jeweiligen Eingang. Nennwiderstand hoch genug, dass die 5 V Schiene nicht überlastet wird (oder das Teil ne Heizung wird) und klein genug, dass der Eingangswiderstand der Stufe keinen nennenswerten Einfluss hat. Gerade wenn Du Deine Bastelei zur Wissens- und Erfahrungserweiterung einsetzen willst wäre das doch ne schöne Aufgabe, das zu ermitteln. In der Projektdoku dazu steht nix drin?

    Du sprachst davon, dass die zu steuernden Kanäle "frei" im Universum verteilt sind. Dann musst Du die nicht benutzten Kanäle auf 0 legen, sonst zucken die.

    Ach ja, Multiplexer gibt es auch als fertige Bausteine - falls Du dann doch lieber nicht an Chips herumprogrammieren willst. Soundlight hat da ein paar sehr pfiffige Lösungen
  • Ich Stimme dir in deinem Text eigentlich allem zu !

    Doch ich stelle vergleiche in Bezug auf "überreglementiert"
    mit sowas von: ... Die Toilettenschildchen in Wirtshäuser müßen so Groß und so Breit und so Hoch angebracht werden,,,
    In einer Gastro in dem Kartenspielclubs verkeren und der Wirt hier eine Große Dame und König Spielkarte an seine Toilettentüren hängt ... auch Golfspieler würden den Sinn dieser Karten verstehen !! Wer das nicht versteht ?? der ist zu Dum aus dem Bus zu Schauen ... OK, etwas weit hergeholt ! und es ist schon genug passiert durch unsachgemäße Lötstellen.
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    Heute Must du Trotz Im Boden verlegter Stromversorgung die ja auch den Strom für den Foh und damit die Erde stellt, den FOH Platz Offensichtlich zusätzlich mit der Erde der Bühne über deine Steuer/Audio/ und sonstigen Leitungen verbinden,
    Ansonsten wird die Veranstalltung garnicht freigegeben ! !
    ( Statthallen Messeveranstalltungen )

    Naja, wer garantiert, das ein "Gebastelltes" ! Nein Selbstentwickelt und Sorgfälltig Angefertigtes gerät auch Tazächlich Betriebssicher ist !! ... Das ist vor allem auch eine Versicherungsangelegenheit !!!
    Passiert irgendwas , könnte die Versicherung sagen , hier war was nicht zugelessenes beteiligt !! Was dann ?

    Selbst wenn du das Besser und Sicherer machst als manche "Industriel gefertigte Geräte" !!
    Wende es in deinen Veranstalltungen an und nehme es anschließend mit deinem Matterial mit nach Hause.

    NICHT Da lassen !!

    Gruß Ralf
  • Mit dem Visual productions B-Station Stand Alone Control kann man das sehr bequem und einfach machen. Bietet bis zu 512 Kanäle und kann einfach über osc, Art-Net und DMX Fixtures ansteuern. Bietet 6 Tasten für verschiedene Programme , z.B. Arbeitslicht, Saallicht, Putzbeleuchtung,....
    Die Funktionen haben natürlich ihren Preis, aber ein Komplettpaket mit allem, was man brauchen kann.

    Grüße
    Korni